Mutter-Teresa-Schwestern wirken seit 25 Jahren in Zürich

Zuerst der Platzspitz, dann der Letten, der Strassenstrich am Sihlquai und heute die Langstrasse: Die Missionarinnen der Nächstenliebe wirken in Zürich seit einem Vierteljahrhundert stets an den Rändern der Gesellschaft. Früher hatte das Elend das Gesicht von Drogen, heute ist es die innere Leere. Eine Ausstellung würdigt die heiliggesprochene Ordensgründerin Mutter Teresa.
Mutter-Teresa-Schwestern wirken seit 25 Jahren in Zürich

Missionarinnen der Nächstenliebe in Zürich_FOTO_Arnold Landtwing

„Two hands to serve an one heart to love“ - Zwei Hände um zu dienen und ein Herz um zu lieben – fasst Oberin Schwester Maria del Carmine mit einem bescheidenen Lächeln den Auftrag der Missionarinnen der Nächstenliebe zusammen. Besser bekannt sind die mit einem indischen Sari als Ordensgewand eingekleideten Missionarinnen als „Mutter-Teresa-Schwestern“. Angesichts der unmenschlichen Zustände in der Zürcher Drogenszene auf Platzspitz und im Letten rief der damalige Churer Bischof Haas die Schwestern nach Zürich, mitten hinein ins Elend. 1992 sind die Schwestern gekommen – und bis heute geblieben.

„Das Problem ist heute die innere Leere“

In einem dicken Album sind Zeitungsauschnitte von damals fein säuberlich gesammelt und eingeklebt. Die Schwarz-Weiss-Bilder zeigen düstere Szenen menschlichen Elends.

Zeitungsberichte zeigen die Mutter-Teresa-Schwestern mitten im Drogenelend am Letten

Die weiss gekleideten Schwestern leuchten aus den Bildern heraus: Aufrecht und in stoischer Ruhe sind sie präsent, immer im direkten Kontakt mit einem notleidenden Menschen. Nachdem die offene Drogenszene geschlossen war, sind sie ein paar Strassen weitergezogen und heute im Gebiet um die Langstrasse präsent. „Wir tun nichts, wir sind einfach da und sprechen mit den Menschen“, erklären die Schwestern ihren Einsatz. Das Problem heute sind nicht mehr die Drogen, sondern die innere Leere. Wer innerlich leer ist, fällt dem Konsum zum Opfer. In der Begegnung mit diesen Menschen schauen wir nicht auf Äusserliches. wir wollen wie ein Licht im Dunkeln sein und die innere Schönheit der Menschen entdecken.“

Das Gebet als Quelle der Kraft

Wer die Missionarinnen der Nächstenliebe besucht, erkennt, aus welcher Quelle sie Kraft für ihren Einsatz schöpfen: An erster Stelle stehen viereinhalb Stunden Gebet und Kontemplation, das Feiern der Heiligen Messe und das Verweilen im Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Jeden Tag. Und dann gehen sie hinaus und kümmern sich um Prostituierte, Familien in Not und Flüchtlinge.

Viereinhalb Stunden pro Tag verweilen die Missionarinnen der Nächstenliebe im Gebet.

Die Sprache des Herzens

Um dieses stille wie wertvolle Wirken wissen auch die Verantwortlichen der Stadt Zürich. Auf der Homepage des Sozialdepartements ist unter den verschiedenen Angeboten für Frauen in Not auch die Adresse der Missionarinnen der Nächstenliebe aufgeführt. Auffallend in der Liste: Während die meisten Angebote mit Aufnahmebedingungen verknüpft sind, steht bei den Mutter-Teresa-Schwestern einfach „Wohnheim für Frauen, die in einer Notlage sind. Verständigung in verschiedenen Sprachen.“ Wer den Schwestern je begegnet ist, weiss, dass sie vor allem die Sprache des Herzens sprechen.

Ausstellung und Dankgottesdienst

Vom Samstag, 26. November bis am Sonntag 3. Dezember würdigt eine Ausstellung in den Räumen der Italienischsprachigen Mission Don Bosco an der Feldstrasse die Ordensgründerin Mutter Teresa von Kalkutta. Die „Mutter der Armen“ starb von 20 Jahren und wurde vor zwei Jahren von Papst Franziskus heiliggesprochen. Die Ausstellung ist werktags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein Dankgottesdienst mit Generalvikar Josef Annen am Samstag, 25. November um 16.30 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul Zürich würdigt und feiert das stille Wirken der Missionarinnen der Nächstenliebe in Zürich.

zuletzt verändert: 24.11.2017 07:18
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