Heute im forum: Taizé kommt nach Basel

Vom 28. Dezember bis 1. Januar werden in Basel über 15 000 junge Menschen zum Europäischen Jugendtreffen von Taizé erwartet. Bis dahin bleibt noch viel zu tun.

Bruder Richard stammt aus dem Kanton Bern. 1978 zog er nach Taizé, wo er heute als Bruder lebt. Seit Anfang Oktober wohnt er mit zwei anderen Brüdern in einem Haus in Kleinbasel, das bis Anfang Jahr eine Schwesterngemeinschaft beherbergte. Von dort aus bereitet er das Europäische Jugendtreffen der Gemeinschaft vor.

Unterstützt werden die Taizé-Brüder in Basel von zwei St. Andreas-Schwestern. Diese aus Belgien stammende Gemeinschaft ist seit 1966 in Taizé präsent. Sie gehören auch zum festen Bestandteil der Endjahres-Treffen von Taizé und begleiten vor allem die Frauen, welche bei der Organisation mithelfen. Denn die Kerngruppe wird von zwölf Freiwilligen aus ganz Europa unterstützt. Diese Jugendlichen besuchen vor allem die Pfarreien und Kirchgemeinden im Einzugsgebiet der Stadt am Rheinknie. Die Orte müssen von Basel aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in 45 Minuten erreicht werden können.

In den «Gastpfarreien» sucht die Taizé-Gemeinschaft nun genügend Unterbringungsmöglichkeiten für die Teilnehmer des Basler Treffens. «Um jemanden aufzunehmen, braucht es zwei Quadratmeter Bodenfläche, vier Morgenessen und ein Mittagessen», sagt Fabian Dinkel, der seit Anfang Jahr im Auftrag der Basler Kirchen als lokaler Koordinator für das Treffen im Einsatz ist, verschmitzt. Die Leute reisen mit Schlafsack und Schlafmatte an und sind sich eine einfache Unterbringung gewohnt. Gastfamilien sollen wenn möglich mindestens zwei Personen aufnehmen.

Sowohl katholische wie reformierte Kirchgemeinden können als Gastgeberinnen auftreten. Gemäss Bruder Richard sind es aber meistens ökumenische Initiativen, die für die Unterbringung der Gäste sorgen. Auch verschiedene andere christliche Gemeinschaften bemühen sich um Unterkünfte. Zu den Einladenden gehören denn auch orthodoxe Kirchen und die Evangelische Allianz, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen oder Freikirchen wie etwa eine brasilianische Baptisten-Gemeinde. 

«Uns ist es wichtig, dass alle christlichen Kirchen, auch Freikirchen und Migrationskirchen, nach Wunsch teilnehmen können», sagt Bruder Richard. Die Idee «Taizé» beinhalte, dass alle Christen gemeinsam eine Plattform finden. Andere Religionen wie die Sikhs, Juden oder Muslimen können durchaus an Workshops teilnehmen, die während des Treffens Ende Jahr jeweils nachmittags in Basel stattfinden.

Basel biete aufgrund der zugezogenen Menschen eine enorme Spannweite an Religionsgemeinschaften, sagt Bruder Richard. Eine derartige Vielfalt an Religionen habe «Taizé» bisher erst 2011 in Berlin angetroffen. «Es ist gut, dass Christen nicht einfach untereinander bleiben, sondern auch zu Angehörigen anderer Religionen gehen», sagt Bruder Richard. «Das bewegt mich sehr.»

Vorerst geht es aber noch darum, die Teilnehmenden unterzubringen. Die verschiedenen Orte in der weiteren Umgebung von Basel nehmen bis zu 250 junge Menschen für die Dauer des Treffens auf. «Wir sind jetzt daran, diese Gemeinden und Gemeinschaften kennenzulernen. Wir bemühen uns, Teams in den Gemeinden zu bilden, die im Idealfall nicht aus Hauptamtlichen bestehen, sondern aus Menschen, die anpacken wollen», sagt Fabien Dinkel. Die Zusammenarbeit mit den Pfarrern oder Gemeindeleitenden wird angestrebt. Diese sollen aber nicht die Hauptlast der Verantwortung tragen, denn sie hätten schon genug zu tun. Das Taizé-Treffen wolle man ihnen nicht auch noch aufbürden.

Das Organisationsteam, das nun bereits mehrere Wochen im Einsatz ist, wird von den Taizé-Brüdern eng begleitet. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Gebet kurz vor neun Uhr in der Hauskapelle in Kleinbasel. «Das ist etwas spät, aber die freiwilligen Helferinnen und Helfer müssen oft am Abend Veranstaltungen in den Gemeinden besuchen und kommen dann spät zurück», sagt Bruder Richard. Der restliche Morgen ist für die administrativen Arbeiten bestimmt. Nach dem Mittagsgebet in der nahen Matthäus-Kirche bereitet man sich auf den abendlichen Besuch von Gastgemeinden vor.

Der Montagabend ist für ein gemeinsames Gebet in der Marienkirche unweit vom Bahnhof reserviert. Zu diesem Gebet sind auch Vertreter und Vertreterinnen der Gastgemeinden eingeladen. Danach trifft man sich im Pfarreisaal. «Uns ist es wichtig, dass diese Treffen nicht einfach stattfinden, um sich zu organisieren. Die Begegnung steht im Vordergrund. So entstehen viele Kontakte. Das ist ebenso wichtig wie das Treffen selber», betont Bruder Richard.

Ein grosser Teil der Vorbereitungen wird nicht in Basel geleistet. Die Gemeinschaft im burgundischen Taizé sorgt dafür, dass die Wegleitungen, welche in Basel an die Teilnehmenden abgegeben werden, in rund zwanzig Sprachen übersetzt werden. «Die Sprache war noch nie ein Problem», erklärt Bruder Richard. Man verständigt sich in den Gastfamilien notfalls mit Zeichen. Über die notwendigen Englisch-Kenntnisse für einfache Gespräche verfügten heute die meisten Leute.

Eingeladen zu einem Besuch des Basler Treffens sind auch Interessierte aus der Schweiz, die nicht im Einzugsgebiet der Stadt Basel wohnen, und zwar nicht als Helfer, sondern als Teilnehmer. Die Teilnahme ist möglich, auch wenn man nur einen Tag lang mit dabei sein möchte. Diese Anmeldung erfolgt nicht über die Internetseite zum Basler Anlass, sondern über die Internetseite von Taizé in Frankreich. Man kann sich am Jahresende aber auch beim Empfangszentrum in Basel melden und dort eine Tageskarte erhalten.

Text: Georges Scherrer, kath.ch

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Quelle: Pfarrblatt forum

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zuletzt verändert: 30.11.2017 10:06
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