Generalvikar zur Abstimmung über Sozialhilfestopp

„Heute ist ein schlechter Tag für die Menschlichkeit im Kanton Zürich“ bedauert Generalvikar Josef Annen das deutliche Ja zur Abstimmungsvorlage über den Sozialhilfestopp. Er appelliert an die politisch Verantwortlichen, neue Lösungen zu finden.
Generalvikar zur Abstimmung über Sozialhilfestopp

Generalvikar Josef Annen. Foto: Christoph Wider

Wo es um die Würde des Menschen oder um Existenzen am Rand der Gesellschaft geht, erhebt die Kirche ihre Stimme und bringt sich in politische Diskussionen ein. Im Vorfeld der Abstimmung zum Sozialhilfestopp für vorläufig Aufgenommene kämpften die Zürcher Kirchen ökumenisch für ein Nein.

„Heute ist ein schlechter Tag für die Menschlichkeit im Kanton Zürich“ bedauert deshalb Josef Annen, Zürcher Generalvikar und Präsident der Caritas Zürich, das Ja zum Sozialhilfestopp. Eindringlich appelliert er an die politisch Verantwortlichen, neue Lösungen zu finden: „Unsere Gesellschaft steht angesichts der vielen Flüchtlingsdramen in der Welt vor grossen Herausforderungen. Kanton, Gemeinden, Kirchen, Hilfswerke und private Organisationen müssten gemeinsam die Integration der Menschen ermöglichen, die bei uns eine neue Heimat suchen. Leider reduziert nach dem heutigen Entscheid der Kanton seinen Beitrag drastisch. Damit reisst er eine grosse Lücke auf. Wir als Kirche werden weiterhin grosse Anstrengungen unternehmen, unseren Teil für die dringend nötige Integrationsarbeit zu leisten. Aber Gemeinden, Hilfswerke, Kirchen und Private werden die vom Kanton aufgerissene Lücke nicht füllen können. Leidtragende werden die vorläufig Aufgenommenen sein. Ich bedauere das ausserordentlich und appelliere an die politisch Verantwortlichen, neue Lösungen zu finden, welche die Integration von vorläufig Aufgenommenen auch zukünftig ermöglicht.“

zuletzt verändert: 25.09.2017 14:33
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