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Jugendliche im Sozialeinsatz in Südamerika


				Jugendliche im Sozialeinsatz in Südamerika
Simon Brechbühler
Simon Brechbühler ist ausgebildeter Sozialarbeiter und leitet die Animationsstelle kirchliche Jugendarbeit (AKJ) in Zürich.
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07. März 2019

Brasilien – Paraguay – Argentinien:  Jugendlichen der Pfarrei Maria Hilf aus Leimbach machten sich auf zu einer Kirche der Armen. Ein Erlebnisbericht von Jugendarbeiter Simon Brechbühler.

Die fünf jungen Zürcherinnen wollten sich mit der obligatorischen Firmvorbereitung in der Pfarrei nicht begnügen und setzten sich zum Ziel, die Kirche und die weltweite Diakonie selber zu entdecken. Nach einer längeren Planungsphase startete die junge Gruppe ihre Reise.  Erster Halt, Curitiba im Süden von Brasilien.

Kinderwerk mitten in der Favela

Die Gruppe der Firmlinge hospitierte bei einem Kinderwerk mitten in einer der über 200 Favelas der Stadt. Während etwas mehr als einer Woche wurde tatkräftig angepackt. „Gemeinsam mit Kindern aus der Favela gestalteten wir die Fassade des Kinderwerks neu und wirkten auch im Tagesprogramm bei unterschiedlichen Workshops mit“, so die 15-jährige Noelia, eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Nebst dem Einsatz im Kinderwerk lernten die Jugendlichen bei Hausbesuchen auch die örtlichen Lebensverhältnisse besser kennen.

Hier und auf den späteren Stationen durften die Jugendlichen real erleben, wie sich Menschen im Rahmen der Kirche konkrete für Arme und Ausgestossene engagieren, auch nach der Arbeitszeit. Dienst am Nächsten wird hier als Grundhaltung Tag für Tag gelebt – eine glaubwürdige Kirche für die Armen.

Mit Bildung Leben verändern

Die Weiterreise führte die Jugendlichen in Hauptstadt Paraguays an eine Schule am Rande der Stadt Asunción. Die Schule bietet Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien die Möglichkeit einer Schulbildung mit späterem Berufsabschluss. „Es war eindrücklich die Gastfreundschaft bei einfachsten Verhältnissen zu erleben. Die Leute strahlten trotz widrigsten Verhältnissen in den Armenvierteln eine bemerkenswerte Lebensfreude aus“, schildern Sophie und Kim ihre Eindrücke.

Kirche und Diakonie neu kennengelernt

Der letzte Halt der dreiwöchigen Reise ist Buenos Aires, wo die Gruppe bis Ende Woche verweilt und ihre Eindrücke aufarbeitet. Nebst zahlreichen spannenden Geschichten und Begegnungen mit jungen Menschen aus Südamerika durften die jungen Schweizerinnen auch die Kirche und den Glauben neu entdecken. Die Gottesdienste waren viel lebendiger als in der Schweiz. Es war bei Pfarrer und Kirchenbesucher eine Freude und eine Gemeinschaft zu spüren. Auch war für die Schweizer Jugendlichen beeindruckend, wie viele Familien und junge Menschen am Gemeindeleben aktiv  teilnehmen. „Es war spannend zu sehen, mit welcher Hingabe sich die Missionare und Mitarbeitende der Werke für das Wohl anderer Menschen einsetzen. Wir erlebten eine lebendige, im Alltag präsente und junge Kirche,“ beschreiben Vanessa und Leah ihre Begegnung mit dem christlichen Glauben vor Ort.

Die Jugendlichen konnten von Beginn weg mitbestimmen und die Tour durch Südamerika mitgestalten. Die Reise wurde so zu ihrer Reise. Entscheide unterwegs wurden fast immer gemeinsam diskutiert und beschlossen. Im Anschluss an die Reise wollen die Jugendlichen ihre Geschichten in Zürich erzählen und mittels Vorträgen für die Organisationen in Asunción und Curitiba Spenden sammeln. Mein persönliches Fazit als Begleitperson und kirchlicher Jugendarbeiter: „Die Reise war ein tolles Beispiel für gelebte Diakonie und echte Partizipation mit jungen Menschen in unserer Kirche. Davon wünsche ich mir mehr“.

 

Ausführliche Tagesberichte sind nachzulesen unter: http://sozialeinsatz.yougend.ch

 

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