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Wie der Entlastungsdienst Angehörige unterstützt

Wie der Entlastungsdienst Angehörige unterstützt
Redaktionsteam
Katholische Kirche im Kanton Zürich
Die Beiträge im Blog geben die Haltung der Autoren wider und müssen nicht in jedem Fall mit der offiziellen Haltung der kirchlichen Körperschaft übereinstimmen.
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19. Juni 2015

Als seine Frau nebst Parkinson nach Stürzen und Spitalaufenthalten auch noch an Lungen- und Blasenentzündung erkrankte, wurde der Dauereinsatz von Georges Gross zunehmend kräfteraubend.

«Nach dem temporären Einsatz der Spitex verblieben mir immer mehr notwendige und komplexere Aufgaben Tag und Nacht», sagt er.

Er suchte Unterstützung für betreuende Angehörige und wurde auf den «Entlastungsdienst Schweiz – Kanton Zürich» aufmerksam. Dieser gemeinnützige Verein entlastet mit knapp 180 Helferinnen und Helfern zu günstigen Tarifen betreuende Angehörige und ermöglicht ihnen so eine Auszeit. Im Jahr 2014 stand der Entlastungsdienst in über 220 Haushalten im ganzen Kanton Zürich während rund 24 000 Stunden im Einsatz.

Verantwortung abgeben fällt schwer

Nicht immer fällt es den Angehörigen leicht, einen Teil ihrer Verantwortung vorübergehend abzugeben. Doch Georges Gross war klar: «Nur so kann eine Heimplatzierung vermieden oder doch langfristig hinausgeschoben werden.» Umso leichter sei es ihm gefallen, als er sah, wie gut die «Chemie» zwischen seiner Gattin und der Betreuerin stimmt: «Dass die Tessinerin und die ‹Seconda› miteinander italienisch sprechen können, hilft sicher mit.»

Eliane Battaini kommt einmal in der Woche für sieben Stunden. Sie geht mit Frau Gross spazieren, spielt mit ihr, kocht das Mittagessen, hilft, wo es nötig ist. Was ist die grösste Herausforderung in der Betreuung? «Dass Frau Gross mit dem Rollator weder in der Wohnung noch beim Spazieren draussen stürzt», sagt sie. Ansonsten sei jeder Tag mit ihr ein Highlight: «Ich kehre immer zufrieden nach Hause zurück, weil ich jemanden unterstützen konnte.»

Die Hilfe von Freunden und Verwandten muss Georges Gross auf diese Weise nicht regelmässig in Anspruch nehmen. «Ich bin froh, wenn diese Unterstützung bei besonderen Anlässen klappt – es ist immer noch oft genug.» Erfahrungsgemäss seien es immer die Gleichen, welche mit anpacken, und diese möchte er nicht überfordern.

«Wenig Unterstützung kann man von denen erwarten, die immer mit guten Ratschlägen zur Hand sind», meint er trocken.

Seinen freien Tag nutzt er zum Erledigen von Einkäufen, Behördengängen, oder um ungestört anspruchsvolle Arbeiten zu erledigen. «Ich geniesse auch gerne ein Mittagessen, das ich nicht selber zubereiten muss!», schmunzelt er.

Der Entlastungsdienst profitiert mit 100 000 Franken von den sozialdiakonischen Beiträgen, welche die kath. Kirche im Kanton Zürich zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum verteilt auf drei Jahre auslöst – pro Jahr 300 000 Franken.

www.entlastungsdienst-zh.ch

 

Text: Beatrix Ledergerber-Baumer
 forum Pfarrblatt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich
Ausgabe vom 04.06.2015
Rubrik: Im Züribiet dihei