Kirche aktuell

Verborgene Feste: Wie religiöse Gemeinschaften in der Schweiz ihre Feste feiern

Verborgene Feste: Wie religiöse Gemeinschaften in der Schweiz ihre Feste feiern
Regula Bosshard
Diplomkatechetin für die Primarstufe, Mitarbeiterin von Relimedia
Author
27. November 2013

Wie habe ich mich nach ihnen gesehnt:  Die Lichter, die das vorweihnachtliche Dunkel erstrahlen lassen. Ich liebe es, in dieser Zeit nach Feierabend durch die Strassen von Zürich zu bummeln. Eine stille Vorfreude auf das Weihnachtsfest breitet sich in mir aus.

Ein Buchtipp von Reli-Media-Mitarbeiterin Regula Bosshard

Weihnachten – wir Christen feiern die Geburt von Jesus Christus.  Für viele ist es das beliebteste Fest unserer Religion. Es  ist uns von Kindheit an vertraut und wir verbinden damit viele sinnliche Eindrücke.
Was wären Religionen ohne Feste. Ohne die Farben, Lichter, Gerüche und Klänge. Sie holen uns aus der Letargie des Alltags und geben dem Kalenderjahr eine Struktur.
In der Schweiz leben  noch verschiedene  andere Religionsgemeinschaften von welchen man vielleicht  schon gehört hat, deren Feste aber eher unbekannt und fremd  geblieben sind.

Das Buch „Verborgene Feste“ lässt uns an Festen von verschieden in der Schweiz lebenden Religionsgemeinschaften teilhaben. Diese Feste sind in allen Religionen Ausdruck tiefer Verbundenheit mit dem Glauben. Jeder religiöse Mensch verbindet mit ihnen tiefe emotionale Erlebnisse.

Folgende Religionsgemeinschaften  werden in diesem Buch vorgestellt:

  • Alevitentum ,
  • Bahà’itum ,
  • Buddhismus (Theravada-Buddhismus, Tibetischer Buddhismus),
  • Christentum ( Protestanten, Orthodoxe Ostkirchen, Römisch Katholische),
  • Hinduismus ,
  • Islam (Schiiten, Sunniten)
  • Judentum ,
  • Sikhismus .

In gut verständlicher kurzer Form erfährt man etwas über diese Religionsgemeinschaften. Interessante Bemerkungen  dazu werden als Randnote in blauer Farbe herausgehoben. Als Leser werde ich mitgenommen die Feste zu erleben.  Das Sahnehäubchen sind die  zahlreichen, farbigen Bilder.  Sie lassen mich teilhaben an intimen Momenten, religiösen Ritualen und  an  farbenprächtigen Prozessionen.  Fast hört man die Musik, riecht die Düfte, voll Ehrfurcht erahne ich die Ernsthaftigkeit  der rituellen Handlungen.

Um der Religionsgemeinschaft  ein Gesicht zu geben, wird jeweils ein Portrait beschrieben. Da lernt man zum Beispiel Kim Kontos, eine moderne junge Frau aus dem Bahà’itum kennen. Sie ist halb Griechin, halb Niederländerin, in Deutschland geboren, in Griechenland aufgewachsen, hat in England  Kunstmanagement und Tanz studiert und lebt jetzt in St. Gallen. Wenn man ihren Steckbrief liest, muss man tief durchatmen, keine alltägliche Biographie!

Kennen Sie das Fest „Mawlid “, das zu Ehren von Mohammeds Geburtstag gefeiert wird? Wissen Sie wie  an „Losar“ – dem tibetischen Neujahr, in Rikon gefeiert wird?  Oder waren sie schon einmal an einem „ Fest der Theophanie“, dem  Gedenktag der Taufe Jesu, welcher am 6. Januar in der orthodoxen Kirche gefeiert wird?

Feste sind immer auch Begegnung. Man muss nicht nach Indien reisen, um ein „ Wagenfest“ aus der Nähe zu erleben. Es genügt ein Ausflug nach Bern. Da wird einmal im Jahr das Wagenfest gefeiert. Noch nie davon gehört?
„Gott Shiva verlässt den Hindutempel. Die Gottheiten werden gewaschen , neu eigekleidet und mit frischen Blumen geschmückt. Im Mittelpunkt stehen Shiva und seine Frau Parvati. Die Priester vollziehen die Rituale mit nackten weiss bemalten Oberkörpern; ein Zeichen von Respekt den Göttern gegenüber. Es riecht nach Räucherstäbchen und mit lautem Glockengebimmel, Musik und Trommelschlägen wird die Feier eröffnet. Puja, so nennt sich der Gottesdienst, beginnt mit einem Gebet an Shiva’s Sohn Ganesha, dem Gott mit dem Elefantenkopf…Nun werden die geschmückten Statuen auf einem Wagen für die Prozession auf die Strasse gezogen… Shiva und Paravati zerstören das Schlechte auf der Welt, was auch mit Ihren orangefarbenen Kleidern symbolisiert wurde. Zum Schluss werden Sie in Grüntöne eingekleidet, die Farbe des Friedens und der Versöhnung…
Wie praktisch jedes religiöse Fest, endet es mit dem gemeinsamen Essen. In riesigen Töpfen steht das vegetarische Essen bereit.“

Weitere Religionsgemeinschaften, Fest, Rituale und Portaits und wunderbare, leuchtende Fotos finden Sie in diesem interessanten und informativen Buch. Es lässt einem eintauchen in eine fremde, unbekannte Welt, welche doch so nah ist, weil diese Menschen alle in der Schweiz leben, vielleicht meine Nachbarn sind.

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„Verborgene Feste“: Wie religiöse Gemeinschaften in der Schweiz ihre Feste feiern.
Jens Oldenburg, Fotograf und Kathrin Ueltschi, Journalistin und Historikerin
Verlag Rüffler &Rub

Kauf und Verleih www.relimedia.ch

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich hat die Buchproduktion mit einem namhaften finanziellen Beitrag unterstützt.