Kirche aktuell

Mehr Gelassenheit dank einer Prise muslimischem Humor

Mehr Gelassenheit dank einer Prise muslimischem Humor
Regula Bosshard
Diplomkatechetin für die Primarstufe, Mitarbeiterin von Relimedia
Author
17. Januar 2014

Dieses Jahr wollte ich darauf verzichten mir gute Vorsätze aufzulisten, sei es auch nur im Kopf. Etwa im 2014 ein besserer Mensch werden zu wollen, liebevoller und hilfsbereiter, zwei bis drei Kilo abzunehmen wäre auch nicht schlecht; längere Spaziergänge mit dem Hund wären da die Lösung. Ich sollte weniger Lebensmittel im Kühlschrank vergammeln lassen und mich unbedingt für einen Englischkurs anmelden. Will ich das wirklich?

Woher kommt der Drang, perfekt sein zu wollen…. oder einfach ein bisschen besser? Richtig schwierig ist es, sich in der Gelassenheit zu üben. Trotz knapper Zeit ein liebes Wort an den Nachbarn zu richten, statt Staub zu saugen ein „Eile mit Weile“ mit dem Enkel zu spielen, am Morgen etwas früher aufstehen, damit die Zeit reicht, einen Text aus der Bibel zu lesen. Weil mir das mit der Gelassenheit nicht so recht gelingt, will ich es einmal vermehrt mit dem Humor versuchen, und nicht alles so tierisch ernst nehmen.
Können Sie gut Witze erzählen? Ich höre sie gerne, aber leider vergesse ich sie immer wieder. Da kommt mir das kleine Buch, das ich vorstellen möchte, gerade gelegen.

Der Muslimische Witz, von Hadayatullah Hübsch.
Können Muslime lachen? Durchaus! Denn die Glaubensgemeinschaft des Orients wird zwar oft für streng und ernst gehalten, kennt aber auch Humor und Witz.

Dieses Buch tritt den Beweis an. Die umfangreiche Witzesammlung wurde aus vielen Ländern und zu verschiedenen Zeiten zusammengetragen und spiegelt die innere Vielfalt des Islam wieder.
Die Auseinandersetzung mit dem Humor im Islam ist gut dargestellt und vermittelt ein gutes, achtsames Gefühl. Man wird sorgfältig herangeführt an die Umgangsweise mit Humor und erhält eine ganze Reihe an Witzen, Anekdoten und anderen Formen von Humor. In der Einleitung erzählt der Autor vom überlieferten Humor des Propheten Muhammed und gibt eine kurze Übersicht über durchaus humorige Literatur im Islam.

Hier noch ein paar Müsterchen  aus dem Buch zitiert:

SINN DES LEBENS: Ein Jugendlicher fragt einen Geistlichen, was der Sinn seines Lebens sei. „Du bist dazu da, andern Gutes zu tun“, antwortet der Geistliche. „Das sehe ich ein“, erwidert der Junge, „aber wozu sind dann die anderen da?“

Der Mond: Hodscha Nasruddin beobachtete einmal zusammen mit einem Freund den abnehmenden Mond. Sein Freund fragte ihn, „Von Nacht zu Nacht wird der Mond weniger, was geschieht eigentlich mit den Teilen, die jeden Tag verschwinden?“ Hodscha Nasruddin antwortete: „Sie werden zerschnitten, und man macht aus Ihnen Sterne.“

Wettstreit : Ein anmassender Chirurg, ein arroganter Architekt und ein heuchlerischer Geistlicher streiten sich darüber, welcher Berufsstand als Erster die Geschicke der Menschheit beeinflusste. Der Chirurg sagt: “Eva wurde aus der Rippe von Adam geschaffen, also war der Chirurg zuerst am Werk.“ Der Architekt entgegnet: „Die Welt war im Zustand des Chaos und wurde dann geformt, also war der Architekt der Erste, der etwas für die Menschheit tat.“ Der Geistliche aber meint: „Und wer hat das Chaos angerichtet?“

Der Autor Hadayatullah Hübsch (1946 bis 2011) konvertierte als Deutscher zum Islam und publizierte über dessen Glauben und Lehre. Er war Imam der Nuur-Moschee in Frankfurt und vielgefragter Autor und Redner.

Das Buch ist im Verlag Patmos erschienen.

musl.witzGetMmo.asp

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