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Mariä Aufnahme in den Himmel

Mariä Aufnahme in den Himmel
Redaktionsteam
Katholische Kirche im Kanton Zürich
Die Beiträge im Blog geben die Haltung der Autoren wider und müssen nicht in jedem Fall mit der offiziellen Haltung der kirchlichen Körperschaft übereinstimmen.
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15. August 2014

Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel – oder Umgangssprachlich auch Maria Himmelfahrt genannt – ist eines der ältesten Marienfeste, das die katholische Kirche kennt. Erste Zeugnisse über dieses Fest gibt es bereits Mitte des 5. Jahrhunderts. Dies ist eigentlich erstaunlich, denn im Neuen Testament findet sich nirgendwo ein ausdrücklicher Bericht oder Hinweis dazu, wie Maria in den Himmel aufgenommen worden ist. Trotzdem ist dieses Fest vielerorts noch tief verankert und beliebt.

Gesegnete Kräuter für den Alltag

Am 1. November 1950 legte Papst Pius XII. als Glaubenswahrheit fest, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist. Damit ist dieses Dogma das letzte und somit jüngste der Kirchengeschichte.

Der Festtag Mariä Aufnahme in den Himmel ist von dem alten Brauch der Kräutersegnung begleitet. An vielen Orten werden im Gottesdienst Kräuter- oder Blumensträusse gesegnet. Diese Kräutersegnung hat ihre Wurzeln in einer alten Legende, die erzählt, dass die Jünger das Grab von Maria öffneten und darin nicht ihren Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter fanden. Der Kräuterstrauss besteht aus mindestens sieben Kräutern. Sie symbolisieren die sieben Sakramente oder auch die sieben Schmerzen Mariens .

Das Dogma ist jung– der Brauch uralt

Gerade in ländlichen Gegenden ist der alte Brauch nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des lebendigen Glaubens- und Dorflebens, wie ein kurzes Video einer Marienpfarrei im deutschen Partenkirchen zeigt:

Nach der Tradition werden die gesegneten Kräutersträusse dann umgekehrt aufgehängt und getrocknet. Sie sollen Haus und Hof vor Unheil und Krankheiten schützen. Und bei Bedarf wurden die getrockneten Kräuter im Zimmer eines Kranken verbrannt oder auch einem Verstorbenen in den Sarg gelegt. Ebenso werden sie aber auch als heilender Tee angegossen oder zerkrümelt dem Futter für das Vieh beigemischt.

Auch in Zürich bringen am Festtag Mariä Aufnahme in den Himmel Gläubige einen Kräuterstrauss zum Segnen in den Gottesdienst, so zum Beispiel in der Pfarrei Heilig Geist in Zürich Höngg .

Kräutersegnung

Weihbischof segnet Kräutersträusse FOTO Marie-Christine Schindler

In seiner Predigt erinnerte der emeritierte Weihbischof Paul Vollmar an die gesundheitliche Bedeutung der Kräuter und übersetzte die medizinische Wirksamkeit in eine spirituelle Botschaft. Salbei beispielsweise sorgt heilend für einen freien Hals und freien Atem. Und wer wieder frei atmen kann, dessen Seele ist auch frei.  Oder anders gesagt: Wem es gelingt, das Irdische ins Weltliche zu übersetzen, der ist österlich unterwegs.