Kirche aktuell

Jugendkatechese im Kanton Zürich

Jugendkatechese im Kanton Zürich
David Wakefield
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23. Januar 2014 / 5 Kommentare

„Welche Pfarrei im Kanton Zürich macht eigentlich was im Bereich Jugendkatechese?“ Mit dieser Frage sehe ich mich häufig konfrontiert, wenn ich Mitarbeitende aus den Pfarreien beim Aufbau eines Konzepts für ihre Pfarrei berate. Ich konnte dann meist Beispiele von vergleichbaren Pfarreien bringen, nie aber den gewünschten Überblick geben. Das hat sich nun geändert.

Nachdem ich mit der Sekundarstufenkommission (SSK) vor gut zwei Jahren das Pfarreiliche Sekundarstufenkonzept Perspektiven 2011 entwickelt habe, liegt seit vergangenen Herbst der Abschlussbericht unserer Kommissionsarbeit vor, und ich freue mich, den ersten Überblick zur Jugendkatechese im Kanton Zürich präsentieren zu können. Grundlage hierfür war eine Datenerhebung, die zwischen Januar und Juni 2013 mittels Umfragebogen in den Pfarreien durchgeführt wurde.

Konzept

Von den 99 Pfarreien und Rektoraten im Kanton Zürich haben 10 Pfarreien kein katechetisches Angebot für Jugendliche ausgenommen der Firmung. Drei Viertel der Pfarreien arbeiten mit Perspektiven 2011 oder einem damit kompatiblen, eigenen Konzept. Damit verbunden sind in der Regel variable und tendenziell grössere Zeiteinheiten, sowie die Ergänzung der klassischen Katechese durch Liturgie und Diakonie. So tritt neben der Begleitung der Jugendlichen auf ihrem Glaubensweg der Aspekt der Beheimatung im Glauben in den Vordergrund. Ein Viertel der Pfarreien verfolgt einen traditionelleren Ansatz mit schulischen Zeiteinheiten und dem Fokus auf der Wissensvermittlung.

Flickenteppich Firmung

Betrachtet man das Firmalter in den einzelnen Pfarreien, so offenbart sich ein regelrechter Flickenteppich. Ein Drittel der Pfarreien firmt im Verlauf des neunten Schuljahres (eine kleine Minderheit bereits früher). Zwei Drittel setzen das Firmalter nach der obligatorischen Schulzeit an (mehrheitlich im zweiten Lehrjahr, weniger oft im ersten oder dritten Lehrjahr).  In der Mehrheit der Pfarreien ist die Teilnahme am katechetischen Angebot in den Jahren vor der Firmung Voraussetzung für die Teilnahme am Sakramentenempfang. Es zeichnet sich jedoch ab, dass zunehmend Pfarreien die Einführung einer differenzierten Katechese prüfen und unterschiedliche Zugänge zum Sakramentenempfang schaffen.

Meine Bilanz

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die meisten Pfarreien die Veränderungen gut gemeistert haben, die die Einführung des schulischen, religionskundlichen Fachs Religion und Kultur in den Jahren 2008-2010 auf allen Stufen der Volksschule mit sich brachte. Besonders diejenigen Pfarreien, die ihrem Angebot ein klar erkennbares katechetisches Profil geben und auf eine kontinuierliche Begleitung der Jugendlichen setzen, können die Jugendkatechese als Ergänzung zum obligatorischen Schulfach etablieren.

Informationsveranstaltung

Wer mehr zum Abschlussbericht und zur Jugendkatechese im Kanton Zürich wissen möchte, ist herzlich zur Informationsveranstaltung am Mittwoch, 29.01.2014, 9.30-12.00h, an der Fachstelle für Religionspädagogik Zürich eingeladen. Weitere Informationen und Unterlagen finden Sie auf unserer Homepage.

Update 1

Inzwischen ist die Informationsveranstaltung durch. Es gab angeregte Diskussionen und es besteht weiterhin Gesprächsbedarf. Weitere Ergebnisse der Umfrage, die bei der Veranstaltung präsentiert wurden, sind in diesem Dokument abrufbar. Dazu ist folgendes zu sagen: Die Mehrheit der Pfarreien scheint mit ihrem aktuellen jugendkatechetischen Angebot zufrieden zu sein und plant keine Veränderungen. Eine Betrachtung der Konzepte hat gezeigt, dass die Pfarreien selten ausschliesslich auf Wissensvermittlung setzen, sondern Liturgien, soziale Projekte, gemeinschaftsbildende und Spirituelle Elemente einbauen und lebensweltbezogene Themen aufgreifen. Damit wird zunehmen der Wechsel vom Religionsunterricht zum katechetischen Angebot vollzogen. Betrachtet man die Zeitformate, so zeigt sich, dass die Mehrheit der Pfarreien mit Zeitgefässen von 120 Minuten oder mehr (bis hin zu Lagern) arbeitet und die klassischen Zeitgefässe von 45 oder 90 Minuten verlässt. Hierdurch kann mehr erfahrungsbezogenes Lernen erfolgen.

Beim Firmweg sind Gruppenabende die meist genutzte Angebotsform. Es folgen Liturgien und die Firmreise. Die weitere Verteilung ist dem verlinkten Dokument zu entnehmen, ebenso wie die Spannbreite der Anzahl Gruppenabende. Es fällt auf, dass die Pfarreien mehrheitlich keinen Handlungsbedarf die Firmung betreffend sehen.

Ich freue mich auf weitere Kommentare, Fragen, Anregungen.