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Thé Dansant: Ungezwungenes Tanzen nach Lust und Laune

Thé Dansant: Ungezwungenes Tanzen nach Lust und Laune
Redaktionsteam
Katholische Kirche im Kanton Zürich
Die Beiträge im Blog geben die Haltung der Autoren wider und müssen nicht in jedem Fall mit der offiziellen Haltung der kirchlichen Körperschaft übereinstimmen.
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25. Februar 2015

Tanzen bereitet Freude, Musik belebt und das Drehen im Kreis gefällt auch älteren Semestern. Kein Wunder also, dass das «Thé Dansant» im Kirchensaal Unterstrass in höchsten Tönen gelobt wird. Angeboten wird es von reformierten Kirchgemeinden, der christkatholischen Kirchgemeinde Zürich und der katholischen Kirchgemeinde Bruder Klaus Zürich.

«Ich tanze einfach ´fürs Läbe´ gern», sagt Marlis, 79.

Darum komme sie regelmässig ins «Thé Dansant», das von verschiedenen Kirchgemeinden viermal im Jahr angeboten wird. Früher sei sie mit dem Ehemann hierher gekommen, erzählt sie. Als er krank wurde, ging sie alleine «z´Tanz»: Das sei in diesem Rahmen gut möglich. Auch jetzt, wo sie Witwe geworden ist, ist sie regelmässig im Saal der Kirchgemeinde Unterstrass zu Gast. Doch länger will sie nicht plaudern, denn sie hält Ausschau nach einem der drei Taxi-Dancer: Die von der den Organisatoren gegen ein kleines Entgelt engagierten Tanzbegleiter ermöglichen den Damen, die wie an vielen Tanzanlässen auch im Thé Dansant in der Überzahl sind, einen gediegenen Abend mit viel Bewegung und Lebensfreude zu erleben. Marlis muss nicht lange warten: Bald schon wird sie von einem «Miettänzer» zum Tanz aufgefordert und schwebt beschwingt und glücklich über das Parkett.

Tanzen und in gute Erinnerungen eintauchen

Elisabeth und Gustav schwingen das Tanzbein.

Elisabeth und Gustav schwingen das Tanzbein.

Auch Elisabeth R. (78) und Gustav A. (83) sind mehr als nur gut auf den Beinen. Elegant tanzt der Senior mit seiner verwitweten Partnerin zu Englisch- oder Wiener-Walzer, zu Tango, Oldies und zwischendurch auch zu einem rassigen Cha Cha Cha durch den Saal. Dabei fehlt es nicht an stilvollen Variationen: Nach langsamen Pendelschritten wird wieder apart gedreht oder sogar übers Parket gewirbelt. Das Paar daneben nimmt es deutlich gemächlicher, geniesst dafür aber umso mehr die Live-Musik, welche das instrumental vielseitige Duo auf der Bühne vorträgt. Ein besonderer Hit ist Udo Jürgens Evergreen «Griechischer Wein» . Als die Sängerin den mehr als 40-jährigen Schlager anstimmt, geht ein Raunen durch das Publikum. Bald schon summt der ganze Saal gefühlvoll mit: «Es war schon dunkel, als ich durch Vorstadtstrassen heimwärts ging….»

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Gespräche und gepflegte Geselligkeit

An Gesellschaft mangelt es im dezent beleuchteten Kirchensaal niemandem. Auch Alleinstehende sind unter den rund 60 Gästen. Die Verantwortlichen der verschiedenen Kirchgemeinden achten darauf, dass niemand zu kurz kommt und möglichst alle rundum zufrieden sind. Gerne lassen sie sich am festlichen Abend zu einem Schwatz mit den unterschiedlichsten Gästen ein. Zu Beginn es vierstündigen Abends haben Franz-Othmar Schaad, Sozialarbeiter des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus, und Sarita Ranjitkar, der Sozialdiakonin in der reformierten Kirchgemeinde Unterstrass, Dienst. Sie stehen an der Theke und verkaufen gegen ein kleines Entgelt Getränke und Snacks. Der Tanzanlass selber ist gratis. Angeboten wird der lebensfrohe Anlass von den reformierten Kirchgemeinden Wipkingen, Paulus, Oberstrass, Unterstrass, der christkatholischen Kirchgemeinde Zürich und der katholischen Kirchgemeinde Bruder Klaus.

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Glücksgefühle beim Tanzen

Das Thé Dansant wurde von den angefragten Gästen wie von den kirchlichen Repräsentanten uni sono gelobt. Das Angebot sei frisch, beziehungsfördernd und zukunftsweisend. Silvia S., 66, verwitwet, und ihre verheiratete Freundin Susanna K. 73, kommen regelmässig zu den Veranstaltungen: «Hier können wir ausgiebig nach Lust und Laune tanzen und vom Alltag abschalten», sagen beide, was bei ihnen «Glücksgefühle» auslöse. Sie schätzen diese Art von kirchlichem Engagement sehr.

Jemand ergänzt, man müsse gar nicht soweit suchen: «Allein schon das Zusammenkommen in dieser Art sei christlich», meint die Dame.

Für Sozialarbeiter Franz-Othmar Schaad ist wichtig, «dass die Kirchen unbürokratisch und gemeinsam eine Plattform anbieten, wo Entspannung und unbeschwerte Lebensfreude erlebt werden können».
Das Thé Dansant existiert bereits seit einigen Jahren, wobei die Trägerschaft immer wieder wechselte. Erst zum 2. Mal ist die christkatholische Kirche Zürich mit dabei. Dies war für Frank Bangerter, christkatholischer Pfarrer in Zürich, ein Grund mehr, am letzten Thé Dansant gleich selber teilzunehmen. Am Anlass sagte er:

«Jeden Sonntag predigen wir im Gottesdienst die Frohe Botschaft, die wir leben sollen. Im Thé Dansant wird Lebensfreude zelebriert, das ist ur-christlich und das gefällt mir»

Das nächste Thé Dansant findet am Freitag, 10.04.2015 (ab 17.30 – 22.30 Uhr) im Kirchensaal Unterstrass, statt.
Auskünfte erteilen:
Pfarramt Bruder Klaus, Sozialarbeiter Franz-Othmar Schaad; 043 244 74 40;
www.bruderklaus-zh.ch
Kirchgemeinde Unterstrass; Sozialdiakonin Sarita Ranjitkar; 044 362 44 37;
www.kirche-unterstrass.ch

Text und Bilder: Viviane Schwizer