Kirche aktuell

Barrierefreiheit und gutes Design? Passt!

Barrierefreiheit und gutes Design? Passt!
Informationsbeauftragter des Generalvikariates
Arnold Landtwing

Schwerpunkte: Mitarbeitende in der Seelsorge, Beratung Pfarreien, pastorale Gremien. Katholischer Theologe.

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11. Februar 2014 / 3 Kommentare

Gut lesbar, perfekt zu navigieren und auf alle mobilen Geräte angepasst: das sind die Anforderungen an einen zeitgemässen Internetauftritt. Das gilt auch für unseren Blog. Doch halt! Uns war von allem Anfang an auch eine barrierefreie Umsetzung wichtig.

Kennt denn das Internet Schranken?

Ursprünglich meinte Barrierefreiheit vor allem die behindertengerechte Gestaltung von Gebrauchsgegenständen oder auch Zugängen zu Gebäuden. In den letzten Jahren rückten immer stärker der Zugang zu Informationen und die Nutzung von Informationstechnik in den Vordergrund. Die Gesetzgebung hat dies berücksichtigt, etwa im Behindertengleichstellungsgesetz . Die Informationsgesellschaft bietet für Menschen mit einer Behinderung beste Möglichkeiten, sich gleichberechtigt in die Gesellschaft und die Kommunikation einzubringen. So wollen wir mit dem barrierefreien Zugang speziell auch Blinden und Sehbehinderten die Tür zum Blog öffnen und mit ihnen in Dialog treten.

Die Bewährungsprobe

Auf Herz und Nieren getestet wurde der Blogauftritt von einem kritischen Fachmann: Norbert Moser von Nutzerservice der Schweizerischen Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte (SBS) machte die Probe aufs Exempel. In einem Mail meldete er zurück: „Perfekte Arbeit! Ich habe die Seite www.zh.kath.ch/blog angeschaut und keine Fehlermeldungen gefunden.“

Barrierefreier Blog

Perfekte Arbeit

Moser rechnet auch damit, dass künftig der Zugang zu den modernen Technologien, den Leitmedien der Gegenwart, vermehrt auch bei der Behindertenseelsorge berücksichtigt wird. Und er ruft den Behinderteninstitutionen zu: „Es ist höchste Zeit, dass sich auch Behinderteninstitutionen darauf einlassen, sich mit dem Thema und seinen Zugänglichkeitsaspekten auseinandersetzen. Das Hauptaugenmerk liegt heute auf dem digitalen Lesen, dem Einsatz von Tablets, Social Media usw.“.

Da Norbert Moser auch auch Facebook und Twitter unterwegs ist, gab er seiner Begeisterung über die technisch gelungene Barrierefreiheit in einem zweiten Tweet Ausdruck. Das Kompliment gehört Silvan Hagen von required+:

Barrierefreier Blog

Norbert Moser twittert zum Blog

Was meint der Entwickler?

Silvan Hagen, Partner bei required+ war für den Blogauftritt verantwortlich. Er meint: „Beim Design wurde auf eine einfache und klare Gestaltung geachtet. Der Leser wird nicht durch visuelle Spielereien vom Inhalt abgelenkt, sondern geführt. Bei der Umsetzung wurde auf eine breite Zugänglichkeit geachtet. Das bedeutet, dass die Seite auf allen gängigen Geräten von Desktop, über Tablet bis Smartphone angenehm lesbar ist. Zudem wurde auf eine barrierefreie Gestaltung geachtet.“

„Für mich war die Gestaltung dieser Seite mein bisher schönstes Blog-Projekt.“ Silvan Hagen, required+

Das Konzept mit den sechs Hauptkategorien und den sichtbaren Autoren überzeugt ihn, weil es den Einstieg nach persönlichen Interessen erleichtert und den Dialog fördert. Artikelempfehlungen am Ende jedes Beitrags laden den Besucher zum Verweilen und Stöbern ein.

Und wo bleibt die Kirche?

„Unsere Kirche hat so viel zu bieten!“ schwärmt Norbert Moser. Viele wissen nicht, dass das iPhone auch Blindenkurzschrift darstellen kann. All diese Möglichkeiten bieten der Kirche fantastische Plattformen, um auch mit behinderten Menschen in Kontakt zu kommen und auszutauschen. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Verantwortlichen von Beratungsstellen an diese Thematik heranwagen und die Herausforderung annehmen, damit auch die Kirche ankommt im 2.0-Zeitalter von Facebook, Twitter und Blog.

Vor einem Jahr sind wir in der Katholischen Kirche im Kanton Zürich auf allen Kanälen durchgestartet: Facebook , Twitter und Blog gehören mittlerweile zu unserem Dialog im Alltag. Es ist spannend. Wir bleiben dran und freuen uns über jede Rückmeldung auf irgend einem Kanal.  Zum Beispiel als Kommentar hier im Blog.