Synode kantonalisiert MCLI

ab 2013 kantonal finanziert - weiterhin lokal verankert
Synode kantonalisiert MCLI

Das katholische Parlament tagt im Zürcher Rathaus (Foto Christoph Wider)

Italienischsprachige Seelsorge – kantonal finanziert, lokal verankert

An ihrer Sitzung von heute hat die katholische Synode die Kantonalisierung der Organisation und Finanzierung der italienischsprachigen Seelsorge beschlossen. Ab dem Jahr 2013 übernimmt die Zentralkasse der Körperschaft die Kosten von gut 3,6 Mio. Franken jährlich. Im weiteren stimmte das Parlament auch dem Finanzplan 2013-2015 zu, der die Kirchgemeinden weiter entlastet.

MCLI aus der Zentralkasse finanziert

Die Synodalen folgten den gleichlautenden Anträgen des Synodalrats und der vorberatenden Sachkommission der Synode und stimmten dem Pastoralplan und der Kantonalisierung der Struktur und Finanzierung für die italienischsprachige Missione Cattolica di Lingua Italiana (MCLI) zu. Grossmehrheitlich bewilligten sie für das Jahr 2013 insgesamt 3,65 Mio. Franken mit der Auflage, diese Neuregelung nach vier Jahren zu überprüfen. Die Personalpfarreien in Zürich und Winterthur bleiben vorerst bestehen.

Finanzplan 2013-2015 entlastet Kirchgemeinden

In der Abstimmung über den Finanzplan 2013-2015 wurde der Beitragssatz der Kirchgemeinden an die Zentralkasse moderat gesenkt. Der Satz für natürliche Personen wurde neu bei 1,4 Staatssteuerprozentpunkten (aktuell: 1,5%), jener für juristische Personen bei 2,1 Staatssteuerprozentpunkten festgelegt (aktuell 2,25%). Eine Minderheit der Finanzkommission hatte beantragt, den Beitragssatz auf 1,3 für die natürlichen und 1,95 Staatssteuerprozente für die juristischen Personen festzusetzen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Diskussionslos beschloss die Synode zudem, dem Personal auf den 1. Januar 2013 keinen Teuerungsausgleich zu gewähren, geht doch die Konjunkturforschungsstelle der ETH von einer Jahresteuerung von 0 Prozent aus.

Guter Rechnungsabschluss 2011

Die Rechnung 2011 der Zentralkasse schliesst bei einem Ertrag von Mio. CHF 52,35 und einem Aufwand von Mio. CHF 48,82 mit einem Ertragsüberschuss von Mio. CHF 3,53 ab. Sie präsentiert sich damit um fast 3 Mio. Franken besser als budgetiert. Zu diesem Ergebnis führten in erster Linie die wesentlich höheren Beiträge der Kirchgemeinden (+ Mio. CHF 1.8). Sowohl das Steueraufkommen bei den juristischen als auch bei den natürlichen Personen hat sich besser als erwartet entwickelt.

50-Jahr-Jubiläum der Körperschaft

Seinen Antrag zum 50-Jahr-Jubiläum der Körperschaft 2013 mit einem Bündel an verschiedenen Projekten hatte der Synodalrat kurzfristig zurückgezogen. Seine Begründung: Aufgrund der Rückmeldungen aus den vier Fraktionen der Synode sei weder sein Antrag noch jener der vorberatenden Kommission mehrheitsfähig. Synodenpräsident André Füglister kommentierte diesen Rückzug so: «Einerseits bedaure ich, dass diese Situation eingetreten ist. Aber ich verstehe den Rückzug auch als eine Geste sinnvoller Entkrampfung, die Respekt verdient und nach einigem Durchatmen einen kreativen Neuanfang ermöglichen wird.»

Während des Sommers wird sich der Synodalrat mit Blick auf den Voranschlag 2013 Gedanken darüber machen, wie dem 50jährigen Bestehen der kantonalen katholischen Körperschaft würdig und deutlich mehrheitsfähig doch noch Rechnung getragen werden könnte.

Alle Anträge zu den Geschäften der Synode

zuletzt verändert: 29.06.2012 09:33
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