Stellungnahme des Generalvikars von Zürich zu den Äusserungen von Generalvikar Martin Grichting im Sonntagsblick (21.2.2011)

Als Generalvikar von Zürich/Glarus distanziere ich mich entschieden von den Äusserungen des Churer Generalvikars Dr. Martin Grichting, wonach die staatskirchenrechtlichen Körperschaften die Religionsfreiheit verletzten und die Kirchensteuer abgeschafft werden soll.

Generalvikariat

Die Kantone Zürich und Glarus bieten der katholischen Kirche die Möglichkeit an, Kirchen-steuern zu erheben. Die katholische Kirche ist frei, diese Möglichkeit anzunehmen oder nicht. Im Kanton Zürich wurde das staatskirchenrechtliche System von den Katholiken so gewollt. Im Rahmen des neuen Kirchengesetzes wurde das geltende System der öffentlich-rechtlichen Anerkennung bestätigt und eine weitere Entflechtung von Kirche und Staat vorgenommen. Nach der Volksabstimmung 1963 liess der päpstliche Kardinalstaatssekretär über die Nuntiatur in Bern eigens seine Zufriedenheit und seinen Dank ausdrücken.
 
Die Abschaffung der Kirchensteuern in den Kantonen Zürich und Glarus beträfe nicht nur die Katholiken, sondern ebenso die anderen christlichen Konfessionen und weitere Religionsgemeinschaften. Es geht nicht an, dass wir Katholiken diese Diskussion in aller Öffentlichkeit führen, ohne mit den anderen Kirchen- und Religionsgemeinschaften im Gespräch zu sein.

Ich danke allen Frauen und Männern, die in den Kirchgemeinden und kantonalen Körper-schaften der katholischen Kirche ihre vielfältigen Dienste verrichten und dabei auch Mitverantwortung für die finanziellen Belange dieser Kirche tragen.


Dr. Josef Annen
Generalvikar Zürich/Glarus                   

Zürich, 21. Februar 2011





zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00