Soziales Engagement der Kirche bedroht (23.3.2011)

Katholische und ökumenische Dienst- und Fachstellen leisten wichtige Arbeit - 16 teils rein katholische, teils ökumenische Dienst- und Fachstellen leisten seit Jahrzehnten wichtige Beiträge zur sozialen Integration im Kanton Zürich. Mit seinen Äusserungen zur Abschaffung der Kirchensteuer gefährdet Generalvikar Martin Grichting die wertvolle und nachhaltige Arbeit, welche diese Stellen tagtäglich leisten.

Alle 16 unten genannten Dienst- und Fachstellen engagieren sich in der Gesellschaft, insbesondere an sozialen Brennpunkten, und sind präsent in der Arbeits- und Lebenswelt der Menschen. Das Spektrum reicht von der Jugendarbeit über das Unterwegssein mit Personen mit einer Behinderung und die Begleitung von Kranken bis zu Integrationsprojekten. Häufig arbeiten die Dienst- und Fachstellen eng zusammen mit Pfarreien und der öffentlichen Hand am Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Einbezogen ist ein grosses Netz von sozial und diakonisch tätigen Hauptamtlichen, Freiwilligen und Ehrenamtlichen. Dienst- und Fachstellen wie die Behindertenseelsorge, Jugend-, Lehrlings- und Mittelschulseelsorge, Spital- und Klinikseelsorge, ökumenische Seelsorgestellen am Zürcher HB, im Flughafen oder in der Sihlcity werden in ihrer Arbeit mit namhaften Beiträgen aus der katholischen Körperschaft finanziert. Das sind Kirchensteuergelder, auf die sich das soziale Engagement der Kirchen in der Gesellschaft weitestgehend abstützt. Sie werden umgemünzt in direkte Hilfe – Hilfe, die im Kanton Zürich nicht mehr wegzudenken ist. Einen Beitag dazu leisten zudem eigenständige Kompetenzzentren wie die Caritas Zürich oder die Dargebotene Hand; die Paulus-Akademie erfüllt einen wichtigen Bildungsauftrag, und der katholische Frauenbund vernetzt die Arbeit von Frauengruppen in den Regionen.

Errungenschaften nicht aufs Spiel setzen
In der Churer Bistumsleitung wird um Modelle und Inhalte eine heftige Diskussion geführt, die angesichts der alltäglichen Bedürftigkeit vieler Menschen im Kanton Zürich nur schwer nachvollziehbar ist. Wahrnehmbar ist eine grosse Führungskrise – und mit ihr verbunden die Gefahr, dass ein jahrzehntelang bewährtes Modell auseinanderbrechen könnte. Das ausgewogene Zusammenspiel von staatlichen und kirchlichen Strukturen, welches die Finanzen für ein grosses und notwendiges soziales Engagement der Kirchen bereitstellt, wird schlecht geredet. Die Verliererin ist dabei die katholische Kirche. Ein Auseinanderbrechen von Kirche und Staat würde aber zuallererst die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft treffen. Die Fach- und Dienststellen appellieren deshalb an die Vernunft, die Errungenschaft der Steuergelder, welche für die kirchlichen sozialen Dienstleistungen eingesetzt werden, nicht fahrlässig aufs Spiel zu setzen.

Katholische Leiterinnen und Leiter der katholischen und ökumenischen Dienst- und Fachstellen:
Fachstelle für Religionspädagogik, jenseits IM VIADUKT, Jugendseelsorge Zürich/Fachstelle Jugendarbeit und –beratung, kabel / kirchliche Anlauf- und Beratungsstelle für Lehrlingsfragen, Mittelschulseelsorge, katholische Behindertenseelsorge, katholische Hochschulgemeinde Zürich/aki, katholische Spital- und Klinikseelsorge im Kanton Zürich, Aidspfarramt, Bahnhofkirche, Flughafenpfarramt, Sihlcity-Kirche, Caritas Zürich, Dargebotene Hand, Katholischer Frauenbund Zürich, Paulus- Akademie Zürich.
Alle diese Stellen im Kanton Zürich sind in der Runde der Stellenleitenden zusammen geschlossen.

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00