Kontroverse Diskussion um den Beitrag an das Bistum Chur (2.12.2010)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich

Die Synode – das katholische Parlament – hat heute in ihrer Sitzung eine heftige Diskussion um den Beitrag an die Bistumskasse geführt. Anlass war ein Teil des Voranschlags für das Jahr 2011, der Gelder an das Bistum Chur in Höhe von gut 850 000 Franken vorsieht. Die als mangelhaft empfundene Dialogbereitschaft und Bistumsleitung durch den Bischof sowie die anstehende Wahl eines zweiten Weihbischofs hatten zu dieser Debatte geführt. Der Antrag zur Sistierung dieses Bistumsbeitrages wurde mit 56 zu 14 Stimmen abgelehnt. Der Voranschlag 2011, der gesamthaft einen Ertrag von rund 50 Mio. Franken umfasst, wurde angenommen.

Lehrlingshilfe „kabel“ bekommt Gelder für neuen Standort
Am Vormittag hatte die Synode in adventlicher Atmosphäre ihre Sitzung begonnen.
Einstimmig mit 91 Ja-Stimmen entschied das Parlament, dass kabel (die kirchliche Anlauf und Beratungsstelle für Lehrlingsfragen) den sechsten Standort in Bülach im nächsten Frühjahr eröffnen kann. Dafür wurde ein Beitrag von 140 000 Franken gesprochen.
 „Bisher gibt es im Westen Zürichs wenige Angebote für Lehrlinge und Lehrabbrechende“, so kabel-Leiter Urs Solèr. „Wir helfen dort, wo der Staat nicht mehr helfen kann.“ kabel gibt es seit gut 20 Jahren. Aus der Synode hiess es, dass man stolz sein könne auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Angebots.

Zudem erhält die Stiftung Ilgenhalde, eine Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche in Fehraltorf, 300 000 Franken aus der Zentralkasse für Renovationen und Erneuerungen. Aufgrund der im Mai 2010 erstellten „Evaluation des Konzepts der katholischen Spital- und Klinikseelsorge im Kanton Zürich“ bewilligte die Synode zusätzlich 3,35 Stellen für Leitungs- und Seelsorgeaufgaben sowie die Einrichtung eines Priesterpikettdienstes.

Heftige Diskussionen zum Verhältnis zur Bistumsleitung in Chur
Für Diskussionen sorgte der Beitrag von gut 850 000 Franken an die Bistumskasse. Ein Antrag lag vor, der für die Sistierung des Geldes sprach. Dieser wurde abgelehnt. Grund für den Antrag sind die Gerüchte um die Ernennung von Martin Grichting als zweiten Weihbischof. Die Synodalen äusserten grossen Unmut über das Verhältnis des Bischofs von Chur zu den Zürcher Katholiken. Martin Grichting – derzeit Generalvikar in Chur – ist sehr umstritten, da er als Gegner des dualen (innerkirchlichen und staatkirchenrechtlichen) Systems gilt. Die Synode beschloss, dass eine kompetente Delegation aus der Synodensitzung Bischof Huonder persönlich über die Diskussion orientieren wird.
Die Synode verabschiedete auch den Voranschlag 2011. Erstmals seit acht Jahren wird mit einem Überschuss gerechnet, da die Staatsbeiträge höher als im Vorjahr ausfallen. 

Zürich, 2. Dezember 2010

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00
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