Katholische Kirche führt Aidsseelsorge alleine weiter (15.3.2011)

Die reformierte Landeskirche beendet am 30. September 2011 ihre Mitarbeit im ökumenischen Aidspfarramt. Kirchenrätin Irene Gysel hat darüber heute Morgen im Rahmen der reformierten Synodensitzung orientiert.

Medienmitteilung vom 15. März 2011

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich hat den Ausstieg der reformierten Schwesterkirche beim Aidspfarramt zur Kenntnis genommen. Synodalrat und Generalvikar haben beschlossen, die Aidsseelsorge weiterzuführen – wie dies künftig geschehen soll, wird im Sommer bekannt sein. Bereits klar ist, dass die Seelsorge wie bisher offen für alle HIV-positiven und aidskranken Menschen sowie deren Angehörigen sein wird, unabhängig ihrer Religion oder Herkunft.

Der Synodalrat teilt die Auffassung des Kirchenrates, dass sich der Schwerpunkt der Betreuung von HIV-positiven und aidskranken Menschen in den letzten Jahren verlagert hat. Die Aidsseelsorge versteht sich heute primär als Lebensbegleitung, als Ort der Beheimatung und als Zeichen der Solidarität für weiterhin stigmatisierte Menschen in der Gesellschaft.
Fakt ist, dass die meisten betroffenen Menschen dank neuer Medikamente an ihrer Infektion nicht mehr sterben. Umso wichtiger ist die Begleitung und Beratung dieser Menschen in ihrer Lebensgestaltung, sei es bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, bei Beziehungs- oder finanziellen Problemen. An ein ganz normales Leben ist zudem mit Blick auf das lebenslange Schicksal und die Behandlung mit Medikamenten nicht zu denken. Das Aidspfarramt ist heute in der Schweiz noch die einzige Institution, die den Betroffenen die Möglichkeit eines regelmässigen Austausches untereinander bietet. Es setzt durch seine Seelsorgearbeit mit den von HIV und Aids betroffenen Menschen einen zentralen Akzent und geniesst deren Vertrauen. Die Realität zeigt auch, dass HIV-positive und aidskranke Menschen weiterhin Diskriminierungen ausgesetzt sind. Aidsseelsorge wirkt diesen Ausgrenzungen entgegen und setzt damit ein Zeichen der Solidarität.

Das Aidspfarramt Zürich wurde 1986 von der Evangelisch-reformierten Landeskirche eingerichtet. Seit 1990 wird das Pfarramt gemeinsam von der reformierten und der katholischen Kirche getragen. Die Aidsseelsorge wird von den Ärzten und Stellen des sozialen Netzes im Kanton Zürich sehr geschätzt und von vielen grosszügigen Spenderinnen und Spendern unterstützt.
www.aidspfarramtzh.ch

15. März 2011/Synodalrat

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00