jenseits – ein Treffpunkt für junge Erwachsene in Zürich-West (Infostelle Synodalrat)

In diesen Tagen ist «jenseits», ein Pilotprojekt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, in den beiden Viaduktbögen 11 und 12 im Kreis 5 der Stadt Zürich gestartet. Der Treffpunkt für primär junge Erwachsene bietet als offenes ‚Wohnzimmer‘ einen Raum jenseits des hektischen Alltags. «jenseits» ist Ausdruck einer Geh-hin-Kirche zu jungen, suchenden Menschen, die mit religiösen und kulturellen Angeboten zum Sinnieren einlädt.

«jenseits» will selbstironisch einen Raum jenseits von Konsum, Stress und Alltag bezeichnen und ist doch mittendrin im pulsierenden Stadtleben von Zürich-West. Weihbischof Marian Eleganti zum Pilotprojekt für junge Erwachsene: «Das Viadukt als Ganzes ist zu einem Symbol dafür geworden, wie Althergebrachtes neu gedacht, wiederbelebt und in moderne Formen transformiert werden kann. Genau das hat sich das junge, engagierte jenseits-Team für die Glaubensvermittlung im urbanen Milieu vorgenommen. Jenseits ist etwas jenseitig, wie man sieht. Es weist über sich hinaus auf Den, den wir alle suchen. Dass wir es oft nicht merken, entspricht dem Konzept und ist beabsichtigt.»

 

Der Bogen 11 präsentiert sich als offenes Wohnzimmer und Begegnungsort für junge und andere Leute. Hier lässt sich mit freier Sicht auf die Josefswiese in ungezwungener Atmosphäre plaudern oder etwas trinken. Im Angebot sind hier aber auch Konzerte und Kurse mit Werkstattcharakter. Bogen 12 ist ein vier Meter hoher, multifunktionaler Sakralraum, der Rückzugsort und zugleich Bühne für Konzerte, Ausstellungen und Gottesdienste ist. Hier sind fünf liturgische Gegenstände – Kreuz/Altar, Ambo, Osterkerze, Taufschale und Kerzenburg – zu finden, welche in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste entworfen und konzipiert wurden.

 

Das Programm im «jenseits» beinhaltet Veranstaltungen und Anlässe wie Brot & Wein, Konzerte, Tanz, Theater, Lesungen, Vorträge, Filme, Workshops und einen interreligiösen Stammtisch. Den Verantwortlichen ist klar, dass sich diese Angebote erst noch bewähren müssen. Weihbischof Eleganti dazu: «Das in den beiden Viaduktbögen von uns erhoffte Leben einer jungen Kirche vor Ort muss Takt und Rhythmus erst noch finden. Das braucht Mut und Freude am Blick nach vorne. Wir stehen am Anfang einer Innovation und hoffen auf ihr Gelingen.»

 

Das Projekt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich war 2006 gestartet und hat nach Zwischenhalten in der Pfarrei St. Felix und Regula und an der Cramerstrasse nun in den Viaduktbögen 11 und 12 seinen dritten Standort gefunden. Es wird finanziell von Körperschaft und Stadtverband getragen, die für das sechsjährige Pilotprojekt bis Mitte 2012 knapp 3 Mio. Franken zur Verfügung stellen. Zusätzlich bewilligte die Synode für die beiden Viaduktbögen einen Baukredit in der Höhe von 840‘000 Franken. Den Betrieb garantiert ein junges Team um den Leiter Peter Kubikowski mit insgesamt 310 Stellenprozenten.

 

Bilder: kipa (Georges Scherrer)

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00
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