Der Tod ist nicht das Ende (Communiqué)

Argumentarium zur Abstimmung vom 15. Mai 2011 Die Katholische Kirche im Kanton Zürich gibt aus aktuellem Anlass eine Broschüre heraus, welche diverse Argumente zusammenfasst, die gegen den assistierten Suizid sprechen. Nach christlicher Auffassung gehört das Sterben zum Leben. Gefördert werden soll die Palliativpflege, nicht eine künstliche Verkürzung des letzten Weges.

 

Als „Argumentarium und Entscheidungshilfe" präsentiert die Katholische Kirche im Kanton Zürich ihre jüngste Broschüre, welche den Titel trägt: Pro Palliative Care – eine Alternative zum assistierten Suizid. Seit einiger Zeit schon hat sich die Fachkommission „Seelsorge in Palliative Care" der Spital- und Klinikseelsorge im Kanton Zürich mit der Aufgabe befasst, die wichtigsten Gründe zusammenzutragen, welche gegen die Beihilfe zum Selbstmord sprechen. Einen entscheidenden Anstoss zur Herausgabe dieses Papiers gab schliesslich die bevorstehende kantonale Abstimmung über die beiden Volksinitiativen „Stopp der Suizidhilfe" und „Nein zum Sterbetourismus im Kanton Zürich".

Dabei gibt das Argumentarium keine Wahlempfehlung ab, sondern es fordert dazu auf, sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit dem Themenkreis Alter-Krankheit-Tod auseinanderzusetzen. In 14 Punk-ten zeigen die Verfasser auf, dass ein menschenwürdiges Leben auch ein menschenwürdiges Sterben beinhaltet. Im Wesentlichen geht es darum, zu erkennen, dass aus christlicher Sicht jedes Leben ein von Gott gewolltes und damit sinnvolles ist. Der Wert eines Lebens lässt sich nicht an Begriffen wie Jugend, Gesundheit oder Produktivität ermessen. Es geht vielmehr darum, in der Gesellschaft den Respekt zu fördern für alte, kranke, pflegebedürftige und dadurch auch abhängige Menschen.

Die Broschüre spricht ein klares Wort gegen den medizinischen Machbarkeitswahn und das – im wahrsten Sinne des Wortes – Killerargument des Kostendrucks. Es geht nach Auffassung der Katholischen Kirche weder darum, das Leiden eines Menschen zu verlängern, nur weil es medizinisch machbar ist, noch darf es sein, dass unter dem Vorwand, Leid und Kosten zu senken, dem natürlichen Tod vorgegriffen wird. Christen sind davon überzeugt, dass das Sterben nicht definitives Ende, sondern vielmehr Durchgang zu einer anderen Lebens-existenz bedeutet. Es ist ein Gebot der christlichen Nächstenliebe, andere Menschen auf diesem Weg zu begleiten und ihnen beizustehen, mit medizinischen Mitteln, aber auch durch menschlichen Trost, durch religiöse Rituale, Bibelworte und Gebete. Palliative Care kennt viele Möglichkeiten, Menschen auf ihrem letzten Gang beizustehen.

 

Dr. Josef Annen, Generalvikar

Dr. Benno Schnüriger, Präsident Synodalrat

zuletzt verändert: 17.10.2011 14:26
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