Zürcher Synode besucht Urner Kirche in Andermatt (28.6.2009)

Auf Einladung des Grossen Landeskirchenrates Uri trafen sich gestern in Andermatt die Mitglieder von Zürcher und Urner Synode (Communiqué)

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«An uns liegt es, Optimismus zu verbreiten.»

Auf Einladung des Grossen Landeskirchenrates Uri trafen sich gestern in Andermatt die Mitglieder von Zürcher und Urner Synode. Anlass dazu war die grosszügige Spende aus Zürich zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit sowie Katechese, welche die traditionell engen kirchlichen Bande zwischen Uri und Zürich unterstreicht.

In seiner Predigt erinnerte Dekan Bruno Werder in der Pfarrkirche von Andermatt die Synodalen an ihren Auftrag und ihre Verantwortung. «An uns liegt es, Optimismus zu verbreiten und uns in dieser Kirche zu engagieren». Die Synodalen hätten sich einer wichtigen Aufgabe verschrieben und würden sich – zusammen mit den Seelsorgenden – zum Wohl der Kirche einsetzen, in der der Dienst am Menschen, die tätige Nächstenliebe zentral sei. Sie dürften sich nicht beirren lassen, wenn gewisse Kreise die katholische Kirche in der Schweiz wieder auf den rechten römischen Kurs bringen wollten. Denn kein Geringerer als der heutige Papst hätte Ende der 60er-Jahre den herrschenden Zentralismus in der Kirche beklagt und für die regionalen Haupt- und Ortskirchen mehr Eigenständigkeit gefordert.

Paul Bennet, bis vor einer Woche Präsident des kirchlichen Parlaments, wies in seiner Rede auf die traditionell engen Bande zwischen Uri und Zürich hin, die es auch weiterhin zu pflegen gelte. «Mit dem grosszügigen Geschenk anlässlich ihres 25-Jahr-Jubiläums hat die Zürcher Synode eine Brücke geschlagen. Diesen Brückenschlag möchten wir mit persönlichen Kontakten weiter pflegen.» Mit dem Projekt ‚Brückenschlag Uri-Zürich’ bestünden auch politisch enge Beziehungen zwischen den beiden Kantonen.

In seiner Ansprache ging der Präsident des Kleinen Landeskirchenrates, Hans Stadler, auf die kirchengeschichtlichen Beziehungen zwischen Uri und Zürich ein, welche ins Frühmittelalter zurückgehen. So sollen die Reliquien der beiden Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula im Nachgang zur Reformation heimlich nach Andermatt gebracht worden sein, wo sie heute in der Talkirche St. Peter und Paul aufbewahrt sind. Die Verehrung der Reliquien gehöre zur lokalen Spiritualität und Liturgie, führte Stadler aus: «Wenn in Zürich jeweils am 11. September am Festtag der Zürcher Stadtheiligen das Knabenschiessen stattfindet, gedenkt die Pfarrei Andermatt dieser frühen Glaubensboten».

Als Präsidentin der Zürcher Synode dankte Margrit Weber der Landeskirche Uri für die Einladung ins Urserntal. «Wir freuen uns, dass wir hier sein und ohne Traktandenliste einfach geniessen dürfen. Wir werden die heute lebendige Verbundenheit und Zusammenarbeit vertiefen und weiterführen.»

Im Oktober 2008 hatte die Zürcher Synode im Rahmen ihre Jubiläums 250'000 Franken für den Ausbau der Kinder- und Jugendseelsorge sowie der Katechese im Kanton Uri gesprochen. Nutzniesser des eigens dazu geschaffenen Fonds ‚Felix und Regula’ sind insbesondere die Pfarreien und Kirchgemeinden für innovative Projekte und Initiativen der Landeskirche. So konnte im Bereich der Katechese der Medienbestand ergänzt und das Weiterbildungsangebot der Katechetinnen und Katecheten ausgebaut werden. Die Jugendseelsorge ist an der Erarbeitung eines Koffers für den Firmweg 18+, der für alle Pfarreien als Grundausrüstung dienen wird. Und für die Mittelschulseelsorge ist der Aufbau eines Foyers als Ort der Begegnung geplant.

Zürich, 28. Juni 2009

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00
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