Weiterhin 1 Franken jährlich pro Zürcher KatholikIn an Chur (1.10.2009)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich

An ihrer Sitzung von gestern Donnerstag haben die Synodalen die Weiterführung der Beiträge an die diözesanen Aus- und Weiterbildungsstätten in Chur für die nächsten vier Jahre beschlossen, was die Zentralkasse mit insgesamt gut 1,5 Mio. Franken belasten wird. Zudem verabschiedete die Synode ihre totalrevidierte Geschäftsordnung, das Organisations- und Verfahrensreglement der ab 2010 wirkenden Rekurskommission der Körperschaft und das neue Entschädigungsreglement für Exekutive und Legislative.

Vorgängig zur ordentlichen Sitzung gaben sowohl Synodenpräsidentin Margrit Weber als auch Zentralkommissionspräsident Benno Schnüriger ihrer Freude über das sehr gute Abstimmungsergebnis zur Kirchenordnung vom letzten Sonntag Ausdruck. Bei einer Stimmbeteiligung von rund 33% hatten 78,2% der Katholikinnen und Katholiken der neuen Kirchenordnung zugestimmt.

Von Rolf Bezjak, Ressortverantwortlicher für Medien und Bildung, wurden die Synodalen über den Stand der Dinge auf dem Weg der Paulus-Akademie zu einer Stadt-Akademie orientiert. Im Mai dieses Jahres war die Öffentlichkeit darüber informiert worden, dass die Paulus-Akademie das Projekt ‚Limmathaus’ definitiv nicht mehr weiter verfolgt. In der Zwischenzeit haben Gespräche mit einer Stiftung und einer Bau- Wohngenossenschaft stattgefunden, die in den kommenden Jahren in Zürich-West den geplanten Kulturpark mit Wohn- und Geschäftsräumen realisieren (siehe dazu Kästchen).

Theologische Hochschule auf gutem akademischem Niveau positioniert

Wie von Zentralkommission und vorberatender Sachkommission Seelsorge beantragt, haben die Synodalen ohne Gegenstimme beschlossen, die Theologische Hochschule Chur und das Priesterseminar St. Luzi ab 2010 für weitere vier Jahre mit einem Beitrag von jährlich CHF 1 pro Katholikin/Katholik mitzufinanzieren. Massgebend ist dabei jeweils der Mitgliederbestand vom Vorjahr (2008: 386'774 Mitglieder). Damit können die beiden diözesanen Aus- und Weiterbildungsstätten in Chur für die Jahre 2010-2013 mit gut 1,5 Mio. Franken rechnen. Die Fortführung der Beitragsleistung ab 2014 wird in Abstimmung mit den übrigen Bistumskantonen und gestützt auf einen Evaluationsbericht geprüft. Im Studienjahr 2007/2008 befanden sich knapp 70 Personen in Ausbildung.

Klares Ja zur totalrevidierten Geschäftsordnung der Synode

In einer 2. Lesung wurde die Totalrevision der Geschäftsordnung der Synode der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich verabschiedet. Sie integriert verschiedene seit 1983 vorgenommene Änderungen im Parlamentsbetrieb und in der Organisation des Parlaments sowie Anpassungen, die sich aufgrund von Kirchenordnung und Kirchengesetz ab 2010 ergeben.

Ebenso stimmten die Synodalen dem Reglement über Organisation und Verfahren der Rekurskommission zu. Das neue Kirchengesetz, das am 1. Januar 2010 in Kraft tritt, schreibt der Körperschaft neu die Schaffung einer Judikative vor. Damit können Entscheide kirchlicher Behörden künftig letztinstanzlich an die Rekurskommission weiter gezogen werden. Am 3. Dezember 2009 wird die Synode die Mitglieder der Judikative wählen, für die am 19. Oktober 2009 die Bewerbungsfrist abläuft.

Zwischen materieller Aufwertung und franziskanischer Bescheidenheit

Zu reden gab der Neuerlass eines Reglements über die Entschädigung der Mitglieder von Synode, Zentralkommission und Rekurskommission. Die einen plädierten für die materielle Aufwertung der Behördenmandate im Nebenamt, damit diese auch für Jüngere, die hauptberuflich erwerbstätig sind oder bloss ein Teilzeitpensum im Rahmen dieses Nebenamtes ausüben wollen oder können, an Attraktivität gewinnen. Für andere hingegen soll sich die Entschädigung an franziskanischer Bescheidenheit messen. Nach langer Diskussion folgte eine klare Mehrheit der Synodalen mit 56 zu 11 Stimmen dem Antrag von Zentralkommission, Synodenbüro und vorberatender Kommission. Damit wird die Zentralkasse mit einem Mehraufwand von jährlich rund CHF 400'000 belastet.                                                                                                        

Schliesslich wurden in einer Ersatzwahl das Präsidium und ein Mitglied der Finanzkommission (FK) gewählt. Als Nachfolger der zurückgetretenen Ursula Schalbetter wählte die Synode Josef Annen, Kloten, als Präsident der FK.

Zürich, 1. Oktober 2009


Kulturpark Zürich-West – urbane Plattform für Wohnen, Denken und Handeln

Auf dem Escher-Wyss-Areal zwischen Hardbrücke und Schiffbauhalle soll bis 2014 ein Kulturpark realisiert werden. Ziel des Bauprojekts ist erschwingliches Wohnen in Nachbarschaft von Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen, die an einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft in ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen arbeiten. Alles Ziele, die der Haltung der Paulus-Akademie Zürich (PAZ) sehr entsprechen. Deshalb sind Zentralkommission und PAZ mit den Trägern des Kulturparks über Realisierungsmöglichkeiten einer Stadtakademie im Gespräch. Weitere Informationen dazu werden anlässlich der Sitzung vom 3. Dezember 2009 folgen, über einen konkreten Antrag werden die Synodalen voraussichtlich bereits Ende Juni 2010 entscheiden.

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00