Klares Ja zur neuen Kirchenordnung (29.1.2009)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich
Die Synode im Kanton Zürich hat an der Sitzung von heute die neue Kirchenordnung der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich zu Ende beraten. In der Schlussabstimmung votierten 71 für und 2 Synodale gegen die Vorlage, welche am 27. September 2009 den katholischen Stimmberechtigten unterbreitet wird. Synode und Zentralkommission sind bestrebt, mit verschiedenen Massnahmen ein gutes Abstimmungsergebnis zu erzielen. Bei Annahme der neuen Kirchenordnung tritt diese – zusammen mit dem neuen Kirchengesetz – am 1. Januar 2010 in Kraft.

Bischof hatte nie ein direktes Ernennungsrecht

Materiell hatten die Synodalen die neue Kirchenordnung bereits vor einer Woche zu Ende beraten. An der Sitzung von heute ging es lediglich noch darum, die beschlossenen Änderungen zu kontrollieren und letzte sprachliche Retouchen anzubringen.

Nachdem in Medienberichten von ‚Konfrontationskurs der Zürcher Kirche mit dem Churer Bischof’ die Rede war, legte Zentralkommissionspräsident Benno Schnüriger noch einmal deutlich dar, dass die Katholische Kirche im Kanton Zürich nicht in Konfrontation zum Diözesanbischof steht. Sie habe vielmehr in einem Punkt, dessen Regelung in ihren Kompetenzbereich falle, eine andere Position eingenommen. «Wir haben in unserer Kirchenordnung geregelt, auf welche rechtliche Art und Weise wir die Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter beschäftigen. Dazu können wir sie nach Vorschlag des Bischofs entweder wie bis anhin mit einer Verfügung anstellen, oder wir können sie in einem demokratischen Akt wählen.» An der bisherigen Ernennung durch den Bischof ändere sich dadurch nichts. Gemäss aktueller und neuer Kirchenordnung bedürfe es für die Beschäftigung eines Gemeindeleitenden immer zwingend die Beauftragung durch den Bischof und die öffentlich-rechtliche Anstellung durch die Kirchgemeinde. 

Religionsfreiheit und Ökumene als Pfeiler des Religionsfriedens

Mit Blick auf die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. durch Papst Benedikt XVI. doppelte Schnüriger auch nach.«Als Präsident der Zentralkommission und somit als Vertreter der staatskirchenrechtlich verfassten Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich erlaube ich mir noch zwei persönliche Bemerkungen: Die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. lehnt bekanntlich die Religionsfreiheit und die Ökumene ab. Es sind aber gerade diese beiden Pfeiler, auf denen das Verhältnis von Religion und Staat gemäss unserer Bundesverfassung steht. Ohne Religionsfreiheit keine Ökumene.» Die Wahrung des religiösen Friedens sei also eine staatliche Aufgabe, und es mache sehr zu schaffen, wenn der Papst nun Personen rehabilitiere , die sich klar gegen Religionsfreiheit und Ökumene aussprechen. «Solchen Tendenzen widersetzen wir uns mit aller Kraft.» Und die Leugnung des Holocaust sei unerhört: «Unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern kann ich versichern, dass wir diese Haltung verabscheuungswürdig finden. Sie können unserer Solidarität sicher sein.»

Zürich, 29. Januar 2009

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00