Kirche kennt keine Ausländer (4.12.2008)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich

Die Synode hat an der heutigen Sitzung die neue Kirchenordnung weiter beraten und sich klar für ein grosszügiges Stimm- und Wahlrecht der katholischen Mitglieder ausgesprochen. Im weiteren haben die Synodalen dem von der Zentralkommission beantragten Voranschlag 2009 der Zentralkasse grossmehrheitlich und ohne Veränderungen zugestimmt.<br /><br />Im Nachgang der Aussprache von Synodenbüro und Diözesanbischof vor zwei Wochen erhielten alle Synodalen von Vitus Huonder ein Schreiben zur in der neuen Kirchenordnung vorgesehenen Wahl von Diakonen und Pastoralassistenten (-innen) mit Gemeindeleitungsfunktion. Darin appelliert und bittet er die Synode, auf diese neue Bestimmung in der Kirchenordnung aufgrund folgender Begründungen zu verzichten:<br /><br />-geplantes Hearing zum Thema Gemeindeleitung vom 5. Mai 2009<br />-geplante Klärung der Seelsorgeräume und der entsprechenden Gemeindeleitung <br />-Gelegenheit für Druckausübung bei Wahl und Wiederwahl<br />-Unterhöhlung der sakramentalen Struktur der Kirche<br /><br />Margrit Weber-Keller, Präsidentin der Synode, stellte in Aussicht, dass das Büro – zusammen mit dem Generalvikariat und der Zentralkommission – für die 2. Lesung vom Januar zur bischöflichen Haltung eine Stellungnahme vorbereiten werde, wobei die Richtung klar sei: «Wir suchen eine Lösung für die Katholische Kirche im Kanton Zürich.»<br /><br />Erlass einer neuen Kirchenordnung (Fortsetzung)<br />An der letzten Sitzung hatten sich die Synodalen u.a. mit 50 zu 11 Stimmen bei 7 Enthaltungen dafür ausgesprochen, dass die Kirchgemeinden künftig nicht nur die Pfarrer, sondern auch die Diakone oder Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten mit Gemeindeleitungsfunktion auf eine Amtsdauer von sechs Jahren wählen können. Im Fokus stand heute die Frage nach der Mitgliedschaft. Die Synode beschloss, dass künftig alle Mitglieder der Körperschaft, welche das 18. Lebensjahr zurück gelegt haben, den Schweizer Pass oder die Niederlassungs- respektive Aufenthaltsbewilligung besitzen, stimm- und wahlberechtigt sind. Damit entspricht die Synode dem Anliegen, wonach es in der Kirche keine Ausländerinnen und Ausländer gibt. Zudem hat sich eine Mehrheit entgegen dem Antrag von Zentralkommission und Synodenbüro für eine Amtszeitbeschränkung für Synodalen ausgesprochen. Sie beträgt maximal drei Amtsperioden à vier Jahre. Die Beratungen gehen heute in einer Woche weiter, die Schlusslesung findet am 22. Januar 2009 statt.<br /><br />Voranschlag 2009 mit einem Defizit von 4,1 Mio. Franken<br />Die Präsidentin der Finanzkommission, Ursula Schalbetter, und der Ressortverantwortliche der Zentralkommission, Franz Germann, waren sich im Grundsatz einig: Aufgrund der Finanzkrise und der prognostizierten Mindererträge bei den Steuern müsse die Aufgabenüberprüfung weiter gehen, soll das Eigenkapital von heute knapp 28 Mio. Franken nicht unter die Schmerzgrenze von 20 Mio. Franken sinken. Trotz verschiedener Anträge auf Erhöhung oder Reduzierung einzelner Budgetposten wurde der Voranschlag 2009 schliesslich, wie von der Zentralkommission beantragt, mit 75 zu 8 Stimmen bei 5 Enthaltungen von der Synode angenommen. Das Budget der Zentralkasse für das Jahr 2009 rechnet bei einem Aufwand von 51,7 Mio. Franken und einem Ertrag von 47,6 Mio. Franken mit einem Aufwandüberschuss in der Höhe von 4,1 Mio. Franken.<br /><br />Zürich, 4. Dezember 2008<br />

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00
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