Katholische Kirche neu mit einer Rekurskommission (12. 12.2008)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich

Die Synode hat an der ganztägigen Sitzung vom Donnerstag die neue Kirchenordnung in 1. Lesung zu Ende beraten. Die Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich mit Synode und Synodalrat wird mit der Rekurskommission ein weiteres Organ erhalten, welches in ihrer Tätigkeit unabhängig ist und nur dem Recht verpflichtet ist.

Erlass einer neuen Kirchenordnung: 1. Lesung abgeschlossen

Mit Blick auf das Kirchengesetz, das 2010 in Kraft gesetzt wird, hat die Synode (Legislative) gestern Donnerstag die neue Kirchenordnung der Körperschaft in erster Lesung zu Ende beraten. An drei Sitzungen diskutierte das hundertköpfige Parlament insgesamt 73 Artikel der Verfassung, welche für die katholischen Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zürich gelten soll. Wo die Körperschaft keine eigenen Bestimmungen erlässt, wendet sie staatliches Recht sinngemäss als eigenes Recht an. Am 22. Januar 2009 findet die abschliessende 2. Lesung der neuen Kirchenordnung statt, welche dann beim Regierungsrat im Hinblick auf die Abstimmung einer Vorprüfung unterzogen wird. Voraussichtlich am 27. September 2009 befinden dann die katholischen Stimmberechtigten an der Urne über die revidierte Kirchenordnung.

Judikative als neue Rekurs- und Aufsichtsinstanz

Die seit 1963 bestehende Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich kannte die ersten 20 Jahre mit der Zentralkommission (künftig Synodalrat) lediglich die Exekutive, seit 25 Jahren existiert mit der Synode auch eine Legislative. Ab 2010 soll im Zusammenhang als weiteres Organ der Körperschaft mit der Rekurskommission auch die Judikative eingeführt werden. Diese wird die Aufsicht über die Kirchgemeinden und Zweckverbände ausüben, wobei bei der Anwendung staatlichen Rechts gemäss Kirchengesetz die Aufsicht dem Bezirks- und Regierungsrat vorbehalten ist.

Wahl von Gemeindeleitenden und Synodalrat

Künftig werden gemäss der revidierten Kirchenordnung die Kirchgemeinden nicht nur die Pfarrer, sondern auch die Diakone oder Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten mit Gemeindeleitungsfunktion wählen können. Eine grundsätzliche Infragestellung dieses Entscheids der Synode aufgrund der ablehnenden Stellungnahme von Bischof Vitus Huonder im Rahmen der 2. Lesung ist nicht zu erwarten, Stellungnahmen dazu sind hingegen angekündigt.


Aufgrund der neuen Kirchenordnung muss bei der Wahl des Synodalrats (Exekutive) mindestens ein Mitglied dem geistlichen Stand angehören (heute sind es zwei), das in der Regel Priester ist. Zudem wird dieses Mitglied künftig nicht mehr von einer Fraktion des Parlaments, sondern vom Seelsorgekapitel der Synode zur Wahl vorgeschlagen. Im weiteren hat sich eine Mehrheit für eine Amtszeitbeschränkung sowohl für die Mitglieder des Synodalrats als auch für jene der Synode ausgesprochen. Sie beträgt maximal drei Amtsperioden à vier Jahre.

Kirche kennt keine Ausländer


Schliesslich sind künftig alle Mitglieder der Körperschaft, welche das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben, den Schweizer Pass oder die Niederlassungs- respektive Aufenthaltsbewilligung besitzen, stimm- und wahlberechtigt. Diese Mitgliedschaftsdefinition entspricht dem Anliegen, wonach es in der Kirche keine Ausländerinnen und Ausländer gibt.

Zürich, 11. Dezember 2008

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00