Bildung und Diakonie als Kerngeschäfte der Kirche (5.11.2009)

Communiqué zur Sitzung der Römisch-katholischen Synode des Kantons Zürich

Das von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterstützte Bildungsangebot soll in der Öffentlichkeit besser vermarktet werden. Dies haben die Synodalen an ihrer Sitzung von heute beschlossen. Im Weiteren entschied die Synode einstimmig, dass die Zürcher Bera-tungsstelle für Asylsuchende für die Jahre 2010 bis 2012 mit jährlich 215'000 Franken un-terstützt wird. Schliesslich sollen die bisherigen Leistungsvereinbarungen mit wichtigen kirchlichen Institutionen durch zweckgebundene Subventionsbeschlüsse geregelt werden.

Kirchliche Bildungsarbeit mit grosser Breite und Vielfalt
Ein Postulat aus dem Jahre 2007 hatte von der Zentralkommission verlangt, alle von der Körperschaft unterstützten Bildungsangebote umfassend zu sichten. Mit der Beantwortung dieses Postulates legte die Zentralkommission den Synodalen eine Datenerhebung des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts in St. Gallen (SPI) und ein Grundlagenbe-richt von Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), vor.

Wichtige Ergebnisse der Erhebung: Insgesamt 25 untersuchte, sehr unterschiedlich positio-nierte kirchliche Institutionen im Bildungsbereich, decken in rund 400 Kursen, Vorträgen, Seminaren und Reisen ein breites Themenspektrum ab. Die Anbieter kennen grundsätzlich die Marktsituation im Bildungsbereich und reagieren auf die Bedürfnisse der Menschen. Kon-kurrenzierungen lassen sich kaum ausmachen; vielmehr gibt es eingespielte und gewollte intrakonfessionelle, interkonfessionelle und intrareligiöse Kooperationen. Der Grundlagenbe-richt hält abschliessend u.a. fest, dass die Bildungsarbeit zum Kerngeschäft und zum Öffent-lichkeitsauftrag der katholischen Kirche allgemein und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich im Speziellen gehört. Dementsprechend nahm die Zentralkommission ein Postulat entgegen, das die Möglichkeiten verstärkter Anstrengungen im Bereich Kommunikation und Marketing ausgelotet haben will. Nicht überwiesen wurde hingegen ein zweites Postulat, das die Einsetzung eines Bildungsbeirates verlangte.

«Die ZBA ist ‚Diakonie pur’»

Die Synodalen beschlossen im Weiteren mit 86 Stimmen bei einer Gegenstimme, die Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA) in den Jahren 2010 bis und mit 2012 mit jährlich 215'000 Franken zu unterstützen. Sowohl Zentralkommission als auch die vorberatende Kommission attestieren der ZBA eine wertvolle und professionelle Arbeit, die auch beim Staat auf grosse Akzeptanz stosse. Die ZBA sei ‚Diakonie pur’ und leiste «eine Herkules-Arbeit zur Linderung des Schicksals von Flüchtlingen aus mehr als 80 Ländern».

Zweckgebundene Subventionen anstelle von Leistungsvereinbarungen

Ohne Gegenstimme beschloss die Synode schliesslich, künftig keine Leistungsvereinbarungen mehr mit kirchlichen Institutionen abzuschliessen, sondern die Mitfinanzierung mit zweckge-bundenen Subventionsbeschlüssen zu regeln. Die Subventionen werden neu für vier Jahre beschlossen und dann wieder überprüft. Damit erhofft sich die Synode ein Steuerungsmittel für ihre Subventionspolitik. Zudem sollen den an sich klaren Subventionsvorgängen keine Leistungsverträge mehr übergestülpt werden. Neu werden also bis Mitte 2011 alle bisherigen Leistungsvereinbarungen durch Subventionsbeschlüsse ersetzt. 

Zürich, 5. November 2009

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00