Zum Tod von Moritz Amherd

Am 17. Juli 2009 ist Moritz Amherd, ehemaliger Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkommission des Kantons Zürich und ehemaliger Geschäftsführer und Präsident der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz im Alter von 74 Jahren gestorben. Die katholische Kirche in der Schweiz und im Kanton Zürich verliert mit ihm eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten.

Während fast 40 Jahren stand Moritz Amherd als Sekretär des Generalvikars (1960 – 1963) und als Generalsekretär der Zentralkommission (1963 - 1998) im Dienste der Zürcher Kirche. So war er zusammen mit dem ersten Generalvikar im Kanton Zürich, Alfred Teobaldi, ab 1960 massgeblich am Prozess zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung der römisch-katholischen Kirche im Kanton Zürich im Jahre 1963 beteiligt. Er wirkte auch an der Erarbeitung des Kirchengesetzes von 1980 mit, das der Körperschaft 1983 mit der Synode eine Legislative brachte. Zahlreiche Einrichtungen und Angebote der Katholischen Kirche im Kanton Zürich wären ohne das Engagement und vorausschauende Wirken von Moritz Amherd kaum zustande gekommen. So zum Beispiel die Paulus-Akademie, die Fachstelle für Religionspädagogik, die Jugendseelsorge, die kirchliche Fachstelle bei Arbeitslosigkeit (DFA) und die berufliche Vorsorge für Priester.

Auch auf nationaler Ebene gestaltete Moritz Amherd die Entwicklungen entscheidend mit. Auf seine Initiative hin wurde 1971 die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) gegründet. Bis 1996 nahm Moritz Amherd deren Geschäftsführung wahr, zwischen 1996 und 1998 war er deren Präsident. Seine Mitarbeit in wichtigen schweizerischen Gremien wie dem Institut für Religionsrecht an der Universität Fribourg, im Verwaltungsrat des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts in St. Gallen oder im Vorstand des Katholischen Mediendienstes in Zürich dokumentieren sein Engagement für die Weiterentwicklung des Staatskirchenrechts und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Kirchenleitung und dem Staat bei der Gestaltung des kirchlichen Lebens.

Für den Theologen und Ökonomen Moritz Amherd waren der Aufbau von Strukturen und Fachstellen im Dienst einer zeitgemässen Pastoral, die Verankerung des kirchlichen Lebens in der Gesamtgesellschaft sowie die Mitverantwortung des Volk Gottes stets zentrale Anliegen. An diesen orientierte er sich auch in Krisenzeiten, insbesondere während der für den Kanton Zürich, das Bistum Chur und die Schweizer Kirche sehr belastenden Amtszeit von Bischof Wolfgang Haas. Mit dem Buch Wolfgang Haas. Bischof ohne Volk – Volk ohne Bischof veröffentlichte Moritz Amherd 1991 eine ehrliche Analyse mit Eindrücken, Beobachtungen und Empfindungen, aber auch mit der Frage nach dem «Wie weiter?».

Die RKZ und die Katholische Kirche im Kanton Zürich anerkennen und würdigen die Persönlichkeit von Moritz Amherd und sein praxisbezogenes Wirken in ökumenischer Offenheit. Er wird Vorbild und in dankbarer Erinnerung bleiben.

Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ)
Katholische Kirche im Kanton Zürich


Zürich, 21. Juli 2009

zuletzt verändert: 13.10.2011 13:03