Ringen um Ausgestaltung der Gemeindeleitung (5.5.2009)

Communiqué zum Hearing «Gemeindeleitung durch Laien»

Im Rahmen eines Hearings diskutierten knapp 120 verantwortliche Kirchenleute zusammen mit Bischof Vitus Huonder zur künftigen Ausgestaltung der Gemeindeleitung im Kanton Zürich. Zu den wichtigsten Anliegen gehören für eine Mehrheit der Anwesenden eine grössere Wertschätzung und Rechtssicherheit für Gemeindeleitungen, die Sakramentenspendung im Alltag und die Art und Weise der Kommunikation. Diözesanbischof Huonder versicherte den Gemeindeleitenden, dass ihre Missio weiter besteht. Prioritär will er die Frage der Seelsorgeräume weiter verfolgen.

Hintergrund des Hearings im Pfarreizentrum Zürich-Liebfrauen war eine der vielen Anregungen, welche aus dem Werkstatt-Projekt «Zukunft Kirche Zürich» in den Jahren 2006/07 hervor gegangen war, wonach Gemeindeleitungen im Status den Pfarrern soweit wie möglich gleichgestellt werden sollen. Rund 120 Gemeindeleitende, Pfarradministratoren sowie Mitglieder von Kirchenpflegen und Pfarreiräten waren der Einladung des Diözesanbischofs gefolgt, der sich vom offenen Gespräch eine breit mitgetragene Argumentationsgrundlage für mehr Rollenklarheit und Berufszufriedenheit versprach.

Aufgrund von Erfahrungsberichten dreier Gemeindeleitenden sowie Einführungsreferaten zu theologisch-pastoralen und kirchenrechtlichen Rahmenbedingungen diskutierten die Anwesenden in Gruppen sowohl die Chancen und Schwierigkeiten der aktuellen Arbeitssituation der Gemeindeleitenden als auch die drängendsten Anliegen in den Pfarreien. Neben anderen Themenbereichen brannten vor allem die folgenden unter den Nägeln: die Klärung von Begrifflichkeit und Kompetenzen, die damit verbundene Wertschätzung und Beauftragung (Missio) der Gemeindeleitungen durch die Kirchenleitung, die Sakramentenspendung im Alltag, der Bischof als Überbringer von Anliegen der Ortskirche in Rom, die transparente Kommunikation im Bistum, die Frage von Seelsorgeräumen und die Nutzung von Spielräumen im Spannungsfeld von Kirchenrecht und pastoraler Realität.

Bischof Huonder betonte ganz allgemein, dass er die Arbeit der Laien-Mitarbeitenden schätze, was er mit deren Beauftragung klar ausdrücke. Er sei überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit aller im kirchlichen Dienst wichtig und möglich sei. Allerdings würden auch die Kompetenzen eines Bischofs ihre Grenzen am Kirchenrecht erfahren. Er sei bereit, zum Beispiel bei den Sakramenten den vorhandenen Spielraum auszuschöpfen. Darunter dürfe aber die sakramentale Struktur der Kirche nicht leiden. Mit Blick auf die Missio erklärte Bischof Huonder ausdrücklich, dass bestehende Beauftragungen zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt worden seien und weiterhin in Kraft bleiben würden. Als nächsten Schritt will er über das Thema «Gemeindeleitung durch Laien» im Zusammenhang mit der Entwicklung von Seelsorgeräumen mit dem Priesterrat im September diskutieren. Allerdings ist für ihn klar, dass Seelsorgeräume nicht entstehen werden, ohne die betroffenen Pfarreien und Kirchenpflegen miteinzubeziehen.

Zürich, 5. Mai 2009

Bischöfliche Arbeitsgruppe für die Umsetzung der Anliegen aus den WERKSTÄTTEN ZUKUNFT KIRCHE ZÜRICH/Ordinariat Chur

 

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00