Neuer Weihbischof für Zürich (Zentralkommission, 7.12.2009)

Communiqué zur Ernennung eines Weihbischofs für Zürich vom 7. Dezember 2009

Die Zentralkommission des Kantons Zürich nimmt Kenntnis von der Ernennung des Abtes Marian Eleganti zum neuen Weihbischof für das Bistum Chur durch den Vatikan und nimmt dazu wie folgt Stellung:

Rom hat den vom Diözesanbischof erbetenen Weihbischof in der Person von Abt Eleganti für das Bistum Chur ernannt. Dass dieser nun Weihbischof für die Kantone Glarus und Zürich wird, ist die alleinige Entscheidung des Diözesanbischofs. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich durfte erwarten, dass sie in einem derart wichtigen Personalentscheid zumindest angehört wird. Das ist so nicht geschehen.

Der Diözesanbischof hat den Organen der Katholischen Kirche im Kanton Zürich immer wieder zugesichert, dass er bei der Auswahl von Weihbischof und Generalvikar stets das Wohl der Zürcher Kirche vor Augen habe. Diese Absicht hätte zwingend die Anhörung der Partner in Zürich erfordert. Das Gegenteil ist eingetroffen: Die betroffenen Kantone wurden weder in den Entscheidungsprozess miteinbezogen, noch über diesen offen und transparent orientiert.

Der Diözesanbischof ernennt einen Ordensmann zum Weihbischof für Zürich, der die Verhältnisse vor Ort nicht kennt. Und der designierte Weihbischof ist dem Klerus und den Katholikinnen und Katholiken im Kanton Zürich weitgehend unbekannt. Die Dekane des Kantons Zürich hatten dem Churer Bischof Vorschläge für die Besetzung eines Weihbischofs respektive Generalvikars unterbreitet.

Der Diözesanbischof hat mit seinem Vorgehen einmal mehr gegen seine eigenen Grundsätze der Gesprächskultur im Bistum Chur verstossen, wie sie im August dieses Jahres vereinbart worden sind. Dort steht unter anderem: «Für eine optimale Gesprächs- und Konfliktkultur bedarf es einer weitmöglichen Transparenz der zu besprechenden Situationen und Entscheidungen. Die Gesprächs- und Konfliktkultur muss sich an vorgegebene Strukturen halten. Im dualen System sind der innerkirchliche und der staatskirchenrechtliche Bereich voneinander zu unterscheiden. Beide können nur gut miteinander kooperieren, wenn sie auch gut miteinander kommunizieren.»

Die ausserordentlich schwierige Situation hat der Diözesanbischof allein zu verantworten. Für die staatskirchenrechtlichen Organe des Kantons Zürich kommt das Vorgehen einer Provokation gleich. Derzeit bleibt offen, wer in Zürich Generalvikar wird. Damit stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine formelle Anstellung des ernannten Weihbischofs in Zürich vorgenommen werden kann.


Für die Zentralkommission
Dr. Benno Schnüriger
Präsident


zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00