Eintreten für Dialog und bewährte Seelsorgeformen (10.6.2008)

Medienmitteilung zur ausserordentlichen Versammlung der Zürcher Dekanate Albis, Zürcher Oberland, Winterthur und Zürich-Stadt

Die vier Dekanate im Kanton Zürich – Albis, Zürcher Oberland, Winterthur und Zürich-Stadt – nahmen an ihrer gemeinsamen Sitzung von heute zur Situation im Bistum Chur bezüglich fünf Themenbereichen Stellung. Die rund 130 anwesenden Seelsorgenden haben grossmehrheitlich folgende Punkte verabschiedet:

1. Kommunikation

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Kantons Zürich erwarten eine offene, ehrliche und verlässliche Kommunikation über anstehende Entscheide und Diskussionen, die in den verschiedenen Gremien des Bistums geführt werden.

2. Personalentscheide

Bischof Vitus wird ersucht, bei zukünftigen Personalentscheiden von grosser Tragweite für das ganze Bistum, das Gespräch mit den Seelsorgenden und den Gremien zum Wohl des Bistums zu suchen. Gerade Weihbischöfe sollten ihr Amt zum Wohl aller Katholikinnen und Katholiken im Bistum ausüben und keine polarisierenden und spaltenden Persönlichkeiten sein.

3. Predigt von nicht ordinierten Seelsorgenden in der Eucharistiefeier

Aufgrund der Erfahrungen, die in vielen Pfarreien seit Jahrzehnten mit der Predigt von nicht ordinierten Seelsorgenden in der Eucharistiefeier gemacht werden, setzt sich die Versammlung klar für eine Weiterführung dieser bisher praktizierten Form der Predigt ein.

4. Sakramentale Versöhnungsfeier

Die Schweizer Bischöfe haben in ihrem Dokument «Impulse zur Erneuerung der Einzelbeichte im Rahmen der Busspastoral» geschrieben: «Das liturgische Buch ‚Die Feier der Busse’ kennt neben der klassischen Form der Einzelbeichte die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung, die entweder als Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der Einzelnen oder – in bestimmten Fällen – mit allgemeinem Bekenntnis und Generalabsolution gestaltet werden kann». Diese Vielfalt der Formen von Busse soll erhalten bleiben.

5. Generalvikariat Zürich

Seit 1957 gibt es das Generalvikariat Zürich. In den über 50 Jahren hat sich die Struktur mit einem Generalvikar für den Kanton Zürich (und seit 1994 auch für Glarus) für uns Seelsorgerinnen und Seelsorger bewährt. Nur einen Generalvikar für das ganze Bistum mit Sitz in Zürich oder in Chur halten wir nicht für sinnvoll.

Für ein eigenes Generalvikariat Zürich spricht zum einen, dass Zürich Administrationsgebiet des Bistums Chur ist und zum anderen die soziologische Grösse des Kantons. Wir erachten es als wichtig, diese sinnvolle Struktur zu erhalten.

Dekan Franz Studer (Albis)
Dekan Vitus Schmid (Oberland)
Dekan Felix Reutemann (Winterthur)
Dekan Othmar Kleinstein (Zürich)
Dekan René Berchtold (Zürich)

Zürich, 10. Juni 2008

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00