„Wo Du Dich findest, da lass von Dir ab!“ Der Glauben im Spannungsfeld von falschem Ego und wahrem Ich (14.3.2010)

In der vollbesetzten Kirche Liebfrauen, Zürich, fand heute der Gottesdienst zum Amtsantritt von Weihbischof Marian Eleganti und Generalvikar Josef Annen statt, welche in einer Co-Leitung seit dem 1. Februar 2010 dem Generalvikariat für die Kantone Zürich und Glarus vorstehen. Regierungsrat Markus Notter überbrachte die besten Wünsche der Zürcher Regierung.

 

Communiqué zum Amtsantritt von Weihbischof Marian Eleganti und Generalvikar Josef Annen

 

Gottesdienst gestaltet vom Liebfrauenchor

Mehrere hundert Gläubige, konzelebrierende Priester sowie Vertreter von Synodalrat und Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich folgten dem Gottesdienst und der Predigt von Weihbischof Marian Eleganti. In dieser bezog sich Eleganti unter anderen auf den deutschen Mystiker Meister Eckhart und den Philosophen Peter Sloterdijk. Es ging um das Spannungsfeld zwischen dem Falschen Ego und dem richtigen, wahren Selbst. Elegantis Botschaft für ein erfülltes Leben: „Achte auf Dich selbst! Wo Du Dich findest, da lass von Dir ab.“

Zum Wohle der Menschen im Kanton Zürich

Regierungsrat Markus Notter wünschte Weihbischof Eleganti und Generalvikar Annen für die Führung ihrer neuen Ämter „eine glückliche Hand“. Der Kanton Zürich sei für den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen zuständig und verfolge die Entwicklungen beider grossen Kirchen in Zürich aufmerksam. Weiter hob er die Gemeinsamkeiten von politischen und kirchlichen Amtsträgern hervor: Sie alle sollten ihr Amt als „Dienst am Menschen“ verstehen.

Mitarbeit und Rat der Gläubigen suchen

Mit der Co-Leitung des Generalvikariates durch Weihbischof Marian Eleganti und Generalvikar Josef Annen komme der Katholischen Kirche im Kanton Zürich einmal mehr eine Pionierfunktion zu, sagte Benno Schnüriger in seinem Grusswort. Der Präsident des Zürcher Synodalrates hiess beide herzlich willkommen und bot im Namen der Körperschaft die bestmögliche Zusammenarbeit und Unterstützung an. Er zitierte im Sinne eines Stellenbeschriebs für Bischöfe und Generalvikare aus dem «Direktorium für den Hirtendienst der Bischöfe» (2004): «Aufgrund der diakonalen Dimension des Amtes soll der Bischof alle autoritären Verhaltensweisen bei der Ausübung seiner Vollmacht vermeiden und bereit sein, die Gläubigen anzuhören sowie ihre Mitarbeit und ihren Rat zu suchen.»

Ökumenische Zeichen und Wunder in Zürich

Peter Dettwiler, Ökumene-Beauftragter der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, begrüsste in Vertretung des Kirchenratspräsidenten die beiden neuen Amtsträger im Namen der Schwesterkirche. Er beschrieb seinen Traum von einer reformierten Zürcher Kirche, die afrikanischen, eritreisch-orthodoxen Christen eine Kirche zur Verfügung stellt, wo der Weihbischof mit Unterstützung des Churer Bischofs und dem Segen des reformierten Kirchenrates beim Vatikan eine Spezialerlaubnis für eine regelmässige ökumenische Eucharistiefeier bekommen hat und wo sich in einer Moschee mit zwei Minaretten gut 20 islamische Gemeinschaften zusammengefunden haben, um an diesem Ort gemeinsam ihren Glauben zu feiern. «Es geschehen Zeichen und Wunder», war Dettwilers Kommentar zu diesem Traum.

Er wünschte dem neuen Weihbischof wie auch dem neuen Generalvikar die Fantasie des Heiligen Geistes auch für ungewöhnliche Schritte. Diesen Rat setzte Weihbischof Eleganti am Ende des Gottesdienstes um. Mit Gitarre und Mundharmonika sang er ein Lied zum Evangelium des Gottesdienstes. Dieser Auftritt wurde mit herzlichem Applaus aufgenommen.

 

Zürich, 14. März 2010

 

Co-Leitung im Generalvikariat Zürich

Aufgrund der Verfügung des Churer Diözesanbischofs vom 23. Dezember 2009 gilt die folgende Arbeits- und Funktionsaufteilung: Weihbischof Marian Eleganti ist Bischofsvikar im Gebiet für die Kantone Zürich und Glarus mit den Schwerpunkten Pastoral, Repräsentation und Verwaltung. Josef Annen ist regionaler Generalvikar für die Bistumsregion Zürich-Glarus und als solcher verantwortlich für das Personalwesen und die Moderation des Generalvikariats. Die beiden Vikare werden nach rund 100 Tagen im Amt – zusammen mit dem Synodalrat - der Öffentlichkeit eine Einschätzung ihrer Tätigkeit und Einblick in erste Erfahrungen geben.