100 Tage Co-Leitung im Generalvikariat – positiver Einstand trotz vieler „Baustellen“ (15.6.2010)

Medienmitteilung vom 15. Juni 2010

Der Zürcher Weihbischof Marian Eleganti, Generalvikar Josef Annen sowie Synodalratspräsident Benno Schnüriger standen heute in einem Mediengespräch Journalistinnen und Journalisten Rede und Antwort. Es ging vor allem um die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, mit den staatskirchenrechtlichen Strukturen sowie um die Vorstellungen zur Zukunft der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Das Fazit der Kirchenleitung: Wichtig sei es, Sinn und Freude am Glauben zu vermitteln und die dafür nötigen Dialoge zu führen.

Josef Annen leitet seit Anfang Februar das Generalvikariat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und ist Personalverantwortlicher. Marian Eleganti vertritt das Generalvikariat nach aussen und in pastoralen Angelegenheiten. Als ehemaliger Abt des Klosters St. Otmarsberg in Uznach fasst er seine ersten Monate als Weihbischof so zusammen: «Für mich hat die neue Aufgabe gut begonnen. Die vielen Treffen mit Mitarbeitern in den Fachstellen, der Kommissionen und in den Gemeinden helfen mir, die Ortskirche kennenzulernen. »

Josef Annen dagegen arbeitete gut 20 Jahre als Seelsorger in der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, unter anderem während 13 Jahren als Pfarrer in Winterthur. Seit gut einem Jahr ist er in der Leitung des Generalvikariats tätig. «Wir haben ganz verschiedene Biografien – wichtig ist aber die gegenseitige Information und die Sorge um eine konstruktive Zusammenarbeit. Das ist aus meiner Sicht bisher gelungen», so Josef Annen.

Benno Schnüriger, Präsident des Synodalrates, beurteilt die Neu-Besetzung des Generalvikariats mit zwei Leitunsgpersonen grundsätzlich positiv. Dies ermögliche eine stärkere Präsenz in den Gemeinden im Sinne der «Geh-Hin»-Kirche. Allerdings kritisierte Schnüriger die Art und Weise der Ernennung von Weihbischof Eleganti durch das Bistum Chur. «Der neue Weihbischof wurde eingesetzt, ohne dass die Seelsorger und der Synodalrat einbezogen wurden. Das hat seinen Amtsantritt erschwert.»

Welche Akzente das Leitungsteam im Generalvikariat in der Zukunft setzen will, wird in «gemeinschaftlichen Prozessen» entschieden. «Ich bin mit allen Fachstellen im Dialog», sagt Weihbischof Marian Eleganti. Konkrete Ideen hat er vor allem mit Blick auf junge Menschen: Beim Firmweg –die Vorbereitung auf die Firmung – die «Essentials des Glaubens» vermitteln, Kirchenmusik für junge Leute interessanter gestalten, insgesamt liege ihm die «Weitergabe des Glaubens» am Herzen. «Dafür steht auch das Projekt «jenseitsimviadukt», die niederschwellige Jugendkirche in Zürich», so der Weihbischof. Das «jenseitsimviadukt» öffnet Anfang Juli in den Viaduktbögen 11 und 12 im Kreis 5 und ist ein Projekt der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. «Trotz aller Sitzungen, Projekte und Kommission möchten wir den Sinn und die Freude am Glauben vermitteln, eine Bereicherung sein. Christsein ist Berufung», betont Josef Annen, auch wenn es viele Baustellen gäbe. «Es braucht einen langen Atem und den haben wir.» 

zuletzt verändert: 16.08.2011 14:00
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