Diakonisch und solidarisch Kirche sein

Anregungen aus dem "Arbeitspapier für die Seelsorge im Kanton Zürich" - Zum 200-Jahr-Jubiläum der Zürcher Katholiken

Geleitwort des Generalvikars

 
Unter meinem Vorgänger Weihbischof Peter Henrici hat eine gemischte Expertenkommission ein Arbeitspapier für die Seelsorge im Kanton Zürich ausgearbeitet. 1999 wurde dieser Pastoralplan mit dem Titel „Für eine lebendige und solidarische Kirche“ vom Generalvikar und der Zentralkommission gemeinsam veröffentlicht. Die Gedanken dieses Papiers haben nichts an Aktualität verloren. Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung der Zukunftswerkstätten in der Pfarrei Heilig Geist Höngg wurde der Ruf nach Diakonie immer wieder laut. Allerdings wandte sich der Pastoralplan in erster Linie an die Seelsorgerinnen und Seelsorger. P. Henrici hat sich deshalb in verdankenswerter Weise bereit erklärt, die Grundzüge sowie weiterführende Gedanken als kleines ‚Vademecum’ in der vorliegenden Broschüre zusammenzufassen. Im Anhang befindet sich eine Zitatensammlung aus dem Pastoralplan, welche von Bernd Kopp, dem heutigen Leiter der Kirchlichen Gemeindeberatung und Supervision, zusammengestellt wurde. Er war wesentlich beteiligt an der Verfassung des Arbeitspapiers für die Seelsorge.

Diese handliche Hilfe für alle Pfarreiangehörigen schliesst sich nahtlos an das Leitmotiv der Jubiläumsveranstaltungen an:

„Das künftige Schicksal der Menschheit ruht in den Händen derer, die es verstehen, den Generationen von morgen Gründe zu geben, um zu leben und zu hoffen.“ (Gaudium et spes 31)

Die Pfarreien sind zum Mitdenken und Mitgestalten eingeladen. Die Broschüre „Diakonisch und solidarisch Kirche sein“ versteht sich als Anregung und Ermutigung für diesen Prozess. Sie will zum Nachdenken anregen, zu praktischer Erprobung und zu kreativem Weiterarbeiten. Denn die Zukunft und Glaubwürdigkeit der Kirche steht und fällt (auch) damit, wie sehr es gelingt, das Evangelium der Nächstenliebe zur Tat werden zu lassen. Zu Taten, die den Menschen Gründe geben, zu leben und zu hoffen. Oder wie Bischof Jacques Gaillot sagt:

„Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“

 

 

                                        + Paul Vollmar

Dezember 2006                  Weihbischof und Generalvikar 

 

zuletzt verändert: 07.09.2011 13:55