Und das Licht leuchtet in der Finsternis

Wie kann man angesichts der Situation in der Welt noch eine Weihnachtsbotschaft verkünden? fragt sich Generalvikar Josef Annen und stellt fest: Viele haben bereits begriffen, was zu tun ist.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis

Generalvikar Josef Annen

Aleppo. Berlin. Zürich. Drei Städte von A bis Z und viele ungenannte dazwischen. Menschen haben keine Zukunft in einer zerbombten Stadt, werden an einem Weihnachtsmarkt zu Tode gefahren oder beim Beten in einer Moschee angeschossen. Attentate fordern Tote und Verletzte, lassen uns betroffen und sprachlos zurück.

Was können wir dagegen tun? So fragen viele. Sie verbleiben nicht in der Ohnmacht, sondern machen sich auf den Weg, legen Blumen nieder, zünden Kerzen an, verharren einen Augenblick im Gedenken und im Gebet. Bewusst oder unbewusst tun sie, was uns der Prophet Jesaja in der Christmette verheisst: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf“ (Jes 1,9). Dieses Licht ist in der Welt und im Herzen eines jeden Menschen. Es leuchtet in Aleppo, Berlin und Zürich. Viele haben es begriffen und setzen ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens. Todeszeichen haben wir genug.

Das Evangelium vom Weihnachtstag nimmt uns die Sprachlosigkeit und verkündet: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 19). Jesus von Nazareth ist dieses wahre Licht. Lassen wir uns in diesen Weihnachtstagen von seinen Worten und Taten ansprechen und herausfordern. Lassen wir uns von seinem Licht erwärmen, schenken wir es einander weiter, tragen wir es in die Welt! Sie wartet darauf.

Allen Lesern und Leserinnen wünsche ich frohe Weihnachten!

Josef Annen, Generalvikar Zürich-Glarus

zuletzt verändert: 23.12.2016 11:13
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