Neue "Begegnungs"-Wege in Winterthur

Die Kirchgemeinde Winterthur eröffnet im Neubauquartier Neuhegi innovatives Begegnungszentrum!
Neue "Begegnungs"-Wege in Winterthur

Urs Rechsteiner, Gemeindeleiter Michael Weisshar und Treffleiterin Barbara Winter. Foto: zvg

Der neue «Anhaltspunkt» spricht die Quartierbevölkerung mit theologisch-spirituellen Angeboten und Gemeinschaftsanlässen an. Ziel ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in Winterthurs künftigem zweiten Stadtzentrum – dem Winterthurer Neubaugebiet Neuhegi - nicht nur wohnen, sondern daheim sind. Im Neubaugebiet Neuhegi entsteht keine «klassische Kirche» der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur. An der Ida-Sträulistrasse 91, direkt am Eulachpark und neben der Halle 710, hat das neuartige kirchliche Begegnungszentrum «Anhaltspunkt» eröffnet. Im multifunktional nutzbaren Lokal finden theologisch-spirituelle Anlässe wie Meditationskurse oder Abendgebete sowie Kulturabende mit Filmen, Vorträgen und Konzerten statt. Beim «Kaffee&Gipfeli»-Höck, Feierabendtreff mit kleinem Imbiss, beim einfachen Mittagstisch oder «Papis-only»-Samstag sollen sich Bewohnerinnen und Bewohner aller Glaubensrichtungen im Quartier vernetzen. «In Neuhegi soll man nicht nur gut wohnen können, sondern auch daheim sein, dazu leistet die katholische Kirche einen Beitrag», erklärt Urs W. Rechsteiner, Präsident der Römisch-katholischen Kirchgemeinde.

Welche Bedürfnisse haben «Postmaterielle» und «Junge Performer»?

Für die Planung des «Anhaltspunkts» hat die Kirchgemeinde die Werthaltungen und Einstellungen der Wohnbevölkerung in Neuhegi unter anderem mit Hilfe einer Bevölkerungsbefragung und mit der Sinus-Milieu-Studie analysiert. Menschen, die sich als «Postmaterielle» und «Junge Performer» bezeichnen lassen, wohnen überdurchschnittlich oft in dem Gebiet, das nach dem Willen des Winterthurer Stadtrats zum zweiten Stadtzentrum werden soll. Sie lassen sich charakterisieren als jung, intellektuell, alternativ, modern, aufgeschlossen, ohne traditionelle Kirchenbindung, ökumenisch, international, mobil (Pendeln für Arbeit und Freizeit) und technologie-orientiert. Der typische Bewohner oder die Bewohnerin von Neuhegi strebt nach Autonomie und Selbstverwirklichung, ist kosmopolitisch und hat vielfältige kulturelle Interessen. «Deshalb hat der „Anhaltspunkt“ nicht das gleiche Angebot wie die Pfarrei St. Marien, mit der er verbunden ist. Hier finden theologisch-spirituelle Angebote statt, die stark von ökumenischer Offenheit geprägt sind und die christliche Botschaft mit neuen und experimentellen Formen verkünden», erklärt Michael Weisshar, Gemeindeleiter von St. Marien und Hauptverantwortlicher für den «Anhaltspunkt». Das Begegnungszentrum soll dabei eng verbunden sein mit der Pfarrei St. Marien in Oberwinterthur. Dort werden auch für Neuhegi Kasualien wie Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten usw. angeboten.

Kein Dienstleistungsbetrieb – offener Raum für Eigeninitiative

Ein Teil der Startangebote des «Anhaltspunkts» hat bereits mit Hilfe von Freiwilligen konzipiert werden können. Barbara Winter-Werner, die interimistische Leiterin des Begegnungszentrums, will weiterhin viel Raum für Eigeninitiative lassen: «Wir nehmen gerne Ideen von Bewohnerinnen und Bewohnern auf und vermieten den „Anhaltspunkt“ auch. Auch die reformierte Kirche hat bereits ihr Interesse angemeldet.».

www.anhaltspunkt-neuhegi.ch
zuletzt verändert: 19.11.2013 16:50