Portugiese Luis Varandas neu im Synodalrat

An ihrer Sitzung hat die Synode in Anwesenheit einer Delegation von Luzerner Synodalen in einer Ersatzwahl den Pfarreibeauftragten und Vikar Luis Varandas, Fällanden, in den Synodalrat gewählt. Die Synodalen bewilligten zudem 300‘000 Franken für die Sanierung der Klosterkirche St. Martin in Disentis und zeichneten drei Arbeiten im Bereich Ethik mit insgesamt 10'000 Franken aus. Mit «Hier stehe ich und kann nicht anders.» überbrachte Reformationsbotschafter und Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist dem katholischen Parlament offiziell eine Grussbotschaft.
Portugiese Luis Varandas neu im Synodalrat

Ein Delegation der Luzerner Synode besuchte die Zürcher Synode. Foto: Simon Spengler

Gemäss der Kirchenordnung muss eines der Exekutivmitglieder dem geistlichen Stand angehören, also ein Priester oder Diakon sein. Nachdem Pfarrer Othmar Kleinstein auf den 1. Juli dieses Jahres bereits zwei Jahre nach seiner Wahl aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt gab, schlug das Seelsorgekapitel dem kirchlichen Parlament Vikar Luis Varandas in Fällanden als dessen Nachfolger vor. Bei der Wahl entfielen 65 von 72 gültigen Stimmen der hundertköpfigen Synode (90 Mitglieder waren anwesend) auf ihn.

Luis Verandas. Foto: S. Spengler

Luis Varandas ist neu gewählter Synodalrat. 

Finanzielle Hilfe für das Kloster Disentis 

Die Synode folgte einem Antrag des Synodalrats und bewilligte wie bereits 2015 weitere 300‘000 Franken für die Renovation der Klosterkirche St. Martin des Benediktinerklosters Disentis. Der im Zürcher Rathaus anwesende Abt Vigelin Monn bedankte sich bei der Zürcher Kirche für die grosszügige Spende, durfte er doch auch vom katholischen Stadtverband dieselbe Summe entgegennehmen. Er zeigte sich überzeugt davon, dass das Kloster mit seiner 1400jährigen Geschichte durch die umfassende Fassaden- und Innensanierung wieder «zu einem würdigen Ort für Gottes Lob» werde. Die 2016 begonnene und 2019 abgeschlossene Renovation kostet insgesamt 15 Millionen Franken.

Der Entscheid war der Synode umso einfacher gefallen, konnten sie doch ein gutes Rechnungsjahr verabschieden. Bei Einnahmen von 61,1 Millionen Franken und Ausgaben von 59,1 Millionen Franken resultiert in der Zentralkasse der Körperschaft ein Ertragsüberschuss von 2 Millionen Franken. Ursprünglich budgetiert war ein Defizit in der Höhe von 1,4 Millionen.

Engagierter und unterhaltsamer Reformationsbotschafter

 Den Höhepunkt der Synodensitzung, die am nächsten Donnerstag (29. Juni) weitergeht, setzte Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist. Als offizieller Reformationsbotschafter der reformierten Landeskirche überbrachte er der Synode eine Grussbotschaft: «Weil Gott alle Gläubigen kennt, können wir Reformierten in den nächsten Jahren 500 Jahre Zürcher Reformation in der Linie des Leutpriesters am Grossmünster nur in ökumenischer Verbundenheit feiern.» Er beschwor in seiner engagierten und unterhaltsamen Rede den ökumenischen Brückenschlag mit verschiedenen geplanten Disputationen und Aktionen und lud ein zum Apéro in die Helferei und zum Mysterienspiel ins Grossmünster. «Wir schlagen die Brücke zueinander, bauen gemeinsam an unserer Kirche und erinnern uns an den Satz von Huldrich Zwingli in der Sakristei des Grossmünsters: Tut um Gottes Willen etwas Tapferes! Worauf warten wir noch? Packen wir an, es gibt viel zu tun und noch mehr zu feiern!»

Christoph Sigrist sprach vor der Synode. Foto: Simonn Spengler

 

zuletzt verändert: 26.06.2017 08:33