Kirche sucht Nachwuchs

Junge Menschen für den Beruf zum Beispiel der Pastoralassistentin zu gewinnen, ist schwer.
Kirche sucht Nachwuchs

«In so viel Leben eintauchen. Kein Film, kein Buch ist so packend. Leila Zmero, 30, Pastoralassistentin. FOTO: zvg

Dafür gibt es viele Gründe. Unter anderem den, dass die Mehrheit der jungen Leute die Berufsmöglichkeiten in der Kirche kaum kennn. Ändern sollen dies eine Werbekampagne und Talentscouts.

Kirchliche Berufe als Chance für die eigenen Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Mit diesem Ziel startete die Werbekampagne «Chance Kirchenberufe» in der ganzen Deutschschweiz. Hintergrund ist der dringende Nachwuchsbedarf der Kirche in Sachen Personal. Karl Conte, als Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich für Personalfragen zuständig, erinnert sich an die Idee zur Kampagne: «Im Personalausschuss erlebe ich, wie schwierig es ist, die offenen Seelsorgestellen zu besetzen.» Dies zeige sich, so Conte,  zum Beispiel bei den Priestern: In der aktuellen Personalplanung werde bis 2025 noch mit zirka 70 aktiven Priestern gerechnet; 2011 seien es immerhin noch 137 gewesen. Konfrontiert mit diesem Problem ist die ganze Kirche und daher erstaunt es nicht, dass die Kampagne von sämtlichen Deutschschweizer Bistümern und über zwölf Landeskirchen getragen wird.

Gesucht: Personal

Bis Ende November hängen in öffentlichen Verkehrsmitteln Plakate mit Portraits kirchlicher Berufsleute. Unterstützt wird die Aktion durch die Website www.chance-kirchenberufe.ch. Hier können Gemeinden Plakate und Postkarten zum Aufhängen und Verteilen bestellen. In einem weiteren Schritt setzt die Kampagne mit einem Netz von Botschafterinnen und Botschaftern auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Angelegt ist sie auf eine Dauer von vier Jahren.

«In welchem Beruf haben Sie eine solche Vielfalt an Aufgaben?»

Einer der Talentscouts ist Thomas Münch. Der Diplomtheologe arbeitet als Gemeindeleiter in der Pfarrei Dreikönigen Zürich-Enge. Nach dem Vordiplom zum Gymnasiallehrer verschrieb sich Thomas Münch ganz der Theologie und ging den Weg, den er aus heutiger Sicht nochmals genauso beschreiten würde: «In welchem Beruf haben Sie [sonst] eine solche Vielfalt an Aufgaben?» Attraktiv sei der Beruf auch heute noch für junge Menschen, meint Münch. Das Abwenden Gläubiger von der katholischen Kirche begreift er eher als Chance und nicht primär als Negativfaktor bei der Berufswahl. Hingegen ortet er die Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden, in der fehlenden Aufbruchsstimmung, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der Kirche spürbar war und heute einer Ernüchterung gewichen ist. Das angestaubte Image der Kirche sei für die Berufswahl sicherlich nicht förderlich, so Münch. «Wer Kirche, Glaube und Theologie jedoch als etwas versteht, das nicht in Stein gemeisselt ist, sondern in jeder Generation und in Auseinandersetzung mit den Menschen neu gestaltet wird, erwartet ein spannendes Berufsleben», davon ist Thomas Münch überzeugt.

Die Werbekampagne wurde den Medien vorgestellt - ein Communiqués und Informationsmaterial hier zu finden.

zuletzt verändert: 23.10.2013 16:32
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