Begehrt: Pikettpriester der Spitalseelsorge

In seelsorgerischen Notfällen während der Nacht und am Wochenende stehen in den Spitälern des Kantons Zürich derzeit zehn Priester auf Abruf bereit.
Begehrt: Pikettpriester der Spitalseelsorge

Das Sakrament der Krankensalbung ist gefragt. Foto:zvg

Das Handy klingelt. Es ist zwei Uhr nachts. „Stella geht es sehr schlecht. Wir wissen nicht, wie lange sie noch lebt.“ Die Eltern lassen über das Pflegepersonal den Priester der Spitalseelsorge rufen. Er hat Pikettdienst und macht sich sofort auf den Weg durch die Nacht. Er nimmt sich Zeit für Stella und ihre Eltern und stärkt sie mit dem Sakrament der Krankensalbung. Für grosse und kleine Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige steht immer ein Priester von der Spitalseelsorge auf Abruf bereit. Auch das Pflegepersonal und Ärzte können in belastenden Situationen auf seine Unterstützung zählen. Das ganze Jahr, Tag und Nacht, in 36 Spitälern und Kliniken im Kanton Zürich.

Sakramentenspendung in 8 von 10 Fällen

Die Spitalseelsorge hat auf den 1. Januar 2011 das Priesterpikett eingeführt. In seelsorgerischen Notfällen während der Nacht und am Wochenende stehen in den Spitälern des Kantons Zürich derzeit zehn Priester auf Abruf bereit. Für Pikettzeit und -einsätze werden sie entschädigt. Dieser seelsorgerliche Dienst ist sehr gefragt, wurden doch im vergangenen Jahr 322 Piketteinsätze geleistet. In acht von zehn Fällen wurde das Sakrament der Krankensalbung gespendet. Die meisten Einsätze erfolgten in der Stadt Zürich und dauerten zwischen einer und drei Stunden. Meistens wurde der Priester auf Wunsch von Angehörigen durch das Spitalpersonal benachrichtigt. Sie waren dann auch beim Besuch des Seelsorgers anwesend und wurden in die Betreuung einbezogen.

Gefährdetes Erfolgsmodell

Mit diesem ausserordentlichen Einsatz wird die Kirche gerade durch die Notfallseelsorge bei Sterbenden in einer Grenzsituation positiv wahrnehmbar. In solch belastenden Situationen von Sterben und Tod nehmen auch kirchenferne Gläubige das Angebot und die Unterstützung dankbar an.

Das Priesterpikett ist ein Erfolgsmodell – und trotzdem gefährdet. Für einmal liegen die kritischen Faktoren nicht bei den Finanzen (2012: 76‘500 Franken für 322 Einsätze), sondern in der dünnen personellen Besetzung. Zwei Priester leisteten beinahe die Hälfte aller Einsätze. Das zeitliche Schwergewicht der Einsätze liegt in

Mit 119 Einsätzen steht das Unispital Zürich an der Spitze, gefolgt vom Stadtspital Triemli (46), dem Kantonsspital Winterthur (32), dem Stadtspital Waid (29) sowie dem GZO Spital Wetzikon (11).

INTERFACE, Politikstudien Forschung Beratung wurde beauftragt, das Priesterpikett der Spital- und Klinikseelsorger der Katholischen Kirche im Kanton Zürich auszuwerten. Die komplette Auswertung ist hier zu finden.

 

zuletzt verändert: 17.01.2014 12:45