«Es werde grün» – nachhaltige Kirchgemeinden

«oeku Kirche und Umwelt» hat ein 150seitiges Umwelthandbuch für Kirchgemeinden und Pfarreien präsentiert. Es richtet sich an Kirchenpflegen, Pfarrer, Seelsorgende, Bauverantwortliche, Sigristen und Sakristaninnen, kirchliche Mitarbeitende, Freiwillige und Kirchenmitglieder.
«Es werde grün» – nachhaltige Kirchgemeinden

Synodalrat Zeno Cavigelli mit dem druckfrischen oeku-Umwelthandbuch. Foto: Claudia Baumberger

Diese Personen erhalten mit dem Handbuch einerseits ein praxisnahes Instrument und einen nützlichen Ratgeber für die ökologischen Herausforderungen und ein nachhaltiges Handeln im Gemeindeleben. Andererseits versteht sich das Werk auch als theologisches Buch, das sich auf die älteste Definition von Nachhaltigkeit im Alten Testament bezieht. Es ist die Einladung Gottes an den Menschen im zweiten, älteren Schöpfungsbericht, die Erde wie einen Garten zu bebauen und zu bewahren. (Gen 2,15)

Praxisorientiert und systematisch
Das mit vielen Cartoons und Bildern gespickte Buch widmet sich in zwei Teilen einmal den vielfältigen praktischen Handlungsfeldern der kirchlichen Umweltarbeit. Hierzu zählen Themen wie Energie sparen, Umbauen und sanieren, Nachhaltig einkaufen, Gebäudeunterhalt, Umgebung gestalten, Veranstaltungen und Schöpfungsspiritualität. Zum andern wird das Umweltmanagementsystem «Grüner Güggel» vorgestellt, das sich um die Einrichtung von Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufen dreht. Es ist den Kirchgemeinden überlassen, ihr ökologisches Engagement durch ein Umweltlabel, ein Umweltmanagementsystem anerkennen zu lassen. Auf die Kirchgemeinden zugeschnitten ist das Label «Grüner Güggel» Ähnlich aufgebaut, aber finanziell aufwändiger ist die allgemeine Norm ISO 14001.

Gott ist mitten unter uns
Oeku- Präsident Stephan Degen-Ballmer und Kurt Aufdereggen, Hauptautor des Werks, stellten sichtlich stolz das neue Umwelthandbuch am 25. März 2015 im Haus am Lindentor in Zürich im Rahmen einer Vernissage vor. Fritz Oesch, Mitglied des Zürcher Kirchenrats und verantwortlich für Finanzen & Infrastruktur, verspricht sich einen Schub in den Kirchgemeinden, nachdem sich der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche 2013 in einem Umweltleitbild zu einem schonenden Umgang mit der Schöpfung verpflichtet hat. Daniel Kosch, Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz der Schweiz RKZ, wünschte dem Buch in seiner Ansprache «die Aufmerksamkeit, die es verdient». Mit dem Handbuch mache «oeku ernst mit dem, was schon der biblische Schöpfungsbericht und erst recht das Bekenntnis zur Menschwerdung Gottes besagt: Gott ist nicht ‚ausserhalb‘ der Welt, seine Gegenwart ereignet sich nicht an der Welt und an den Realitäten vorbei, sondern ‚mitten unter uns‘». Der Titel «Es werde grün» enthalte eine wichtige, anspruchsvolle Botschaft: «Wo es grünt, kommt der schöpferische Gott in seiner Kirche und in der Welt zur Geltung.»

Pilot-Kirchgemeinden gesucht
Der Synodalrat hat im Zusammenhang mit dem oeku-Handbuch an seiner Sitzung vom 2. März 2015 das Pilotprojekt «Förderung von Umweltmanagementsystemen in Kirchgemeinden» beschlossen. Kirchgemeinden und Pfarreien, welche ein Umweltprogramm realisieren, werden finanziell unterstützt. Ende Mai ist dazu eine Impulsveranstaltung geplant.

oeku mit breiter Trägerschaft
Oeku ist ein ökumenischer Verein, der von über 800 Kirchgemeinden, kirchlichen Organisationen und Einzelpersonen getragen wird. Die seit 1986 aktive Institution führt jährlich die Aktion «SchöpfungsZeit» durch, organisiert Bildungsveranstaltungen, erarbeitet Grundlagenmaterial und öffentliche Stellungnahmen.

info@oeku.ch 031 398 23 45

zuletzt verändert: 27.03.2015 09:48
Schlagwörter: |