1. Synodenpräsident gestorben

Ernst Zehnder ist im Alter von 98 Jahren gestorben.
1. Synodenpräsident gestorben

Ernst Zehnder im Jahr 210. FOTO: Sport Union Schweiz

Ernst Zehnder, Zürich-St. Franziskus, war der erste Präsident der 1983 geschaffenen Synode – 20 Jahre nach der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich. Er leitete und prägte in den Jahren 1983-1987 das katholische Parlament entscheidend. Unter seiner Führung entwickelte sich die Legislative zu einer demokratischen Stimme der katholischen Kirchgemeinden und ihrer Mitglieder.

In seiner Abschiedsrede vom 11. Juni 1987 sprach Ernst Zehnder von Überlegungen, die er als „gewöhnlicher“ Synodale angestellt hätte, wenn er nicht als Präsident zu den einzelnen Geschäften hätte schweigen müssen. Es sind Überlegungen zu Problemstellungen, die aus heutiger Sicht in den letzten 25 Jahren einer Lösung zugeführt werden konnten. So sprach Zehnder unter anderem die Migrantenseelsorge an, wo einzelne Kirchgemeinden noch immer Mühe bekunden würden, sich solidarisch an der Finanzierung einer regionalen Lösung zu beteiligen. Dasselbe gelte auch für die Seelsorge am Krankenhaus Sanitas. Mit dem Beschluss der Synode vom 28. Juni dieses Jahres wird nun auch die italienischsprachige Seelsorge und damit die letzte der grossen Missionen kantonal finanziert. Und seit 2006 kennt die katholische Spital- und Klinikseelsorge eine kantonale Organisation und Finanzierung.

Das kirchliche Engagement von Ernst Zehnder reicht bis in die 60er Jahre zurück. Anlässlich der Gründungsversamm-lungen im Jahr 1966 wurde er sowohl in den Stiftungsrat der Pensionskasse für Angestellte der römisch-katholischen Kirchgemeinden des Kantons Zürich als auch in den Stiftungsrat der Pensionskasse für römisch-katholische Geistliche im Kanton Zürich gewählt. Anschliessend war der Verstorbene langjähriges Mitglied dieser Gremien.

Ernst Zehnders Einsatz für Kirche und Gesellschaft, seine Bereitschaft, sein berufliches Können in die Kirche einzubringen und sich sozial zu engagieren, waren beispielhaft. Sein Interesse an der Kirche und ihrem Wirken hat er nicht zuletzt über seine Präsenz an den Sitzungen der Synode ausgedrückt. Noch im vorletzten Jahr verfolgte er jeweils auf der Tribüne im Zürcher Rathaus aufmerksam die Sitzungen der Synodalen.

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich ist dankbar.

Die Beisetzung findet am Freitag, dem 28. September 2012, um 11 Uhr auf dem Friedhof Manegg statt; Trauergottesdienst um 11.45 Uhr in der Kirche Sankt Franziskus in ZH-Wollishofen.

zuletzt verändert: 01.10.2012 09:47
Schlagwörter: |