Ergebnisse Synodenge- spräche unterwegs nach Rom

Papst Franziskus hat sie gewünscht: Synodengespräche zu Ehe und Familie. Gut 100 Interessierte folgten der Einladung des Generalvikariats zu einer der drei Veranstaltungen in Zürich, Uster und Winterthur. Jetzt sind die Ergebnisse unterwegs nach Rom.
Ergebnisse Synodenge- spräche unterwegs nach Rom

Synodengespräch_FOTO_Rudolf Vögele

Rudolf Vögele, Leiter des Ressorts Pastoral im Generalvikariat, hätte sich zwar tendenziell mehr Teilnehmende gewünscht, zeigt sich jedoch zufrieden, denn „in den Synodengesprächen war die Stimme der Basis zu vernehmen. Viele der Teilnehmenden fühlen sich der Kirche noch eng verbunden und sind auch vielfältig engagiert.“ Die Altersspanne umfasste die Generationen zwischen 30 und 80 Jahren, wobei der Durchschnitt etwa um die 60 gewesen sein dürfte. Hingegen bedauert Vögele, dass an den Abenden nur wenige junge Familienmütter oder -väter anzutreffen waren.

„Die Ergebnisse der Synodengespräche werden zusammengefasst weitergeleitet. Als Präsident der Konferenz deutschsprachiger Pastoralamtsleiter lasse ich sie in die Rückmeldungen einfliessen, ebenso wie sie in die Pastoralkommission der Bischofskonferenz trage. Diese leitet die Erkenntnisse nach Rom weiter“ erklärt Rudolf Vögele das weitere Vorgehen.

Konkret lassen sich aus den drei Synodengesprächen im Raum Zürich folgende Ergebnisse herausschälen: Selbst für kirchlich engagierte Laien sind die einschlägigen Dokumente zu wenig bekannt und wenn, dann ist die Sprache für sie kaum verständlich. Aus diesem Grund handelt sich die Kirche gerade von Ehepaaren und Familien den Vorwurf ein, der Lebenssituation heute entfremdet zu sein. Die idealisierte Vorstellung von Partnerschaft, Ehe und Familie sei in der Alltagswirklichkeit kaum lebbar. Ein Leitbild von Partnerschaft, Ehe und Familie erachten die Teilnehmer der Synodengespräche durchaus als notwendig. Sie stellen jedoch fest, dass die Kirche enorme Anstrengungen unternehmen müsse, um mit den Freuden und Sorgen des Alltags verbunden zu sein. Erst wenn sie auch eine Sprache spreche, die verstanden wird, wachse auch wieder der Wunsch, sich nach dem Leitbild der Kirche auszurichten. Dazu gehört, dass dem Leitbild auch die Möglichkeit des Scheiterns bewusst sei und die Kirche verzeihen und Neubeginn nicht nur predige, sondern auch lebe. „Deutlich formuliert wurde, dass Sehnsucht nach einem erfüllenden Leben in Partnerschaft und Ehe einer guten Ehevorbereitung und Begleitung bedürfen, um immer wieder genährt zu sein“ betont Rudolf Vögele. Eine neue Sprache gilt es zu lernen, um Menschen in anderen Beziehungs- und Familienformen anzusprechen, etwa wiederverheiratete Geschiedene oder Homosexuelle. Ihnen kommen die kirchenamtlichen Äusserungen herablassend und despektierlich entgegen. Auch nach beinahe 50 Jahren sorgt die Enzyklika Humanae Vitae immer noch für intensive Diskussionen. Die von Papst Franziskus angemahnte „verantwortete Elternschaft“ wird klar unterstützt, die Art der Empfängnisverhütung sollte jedoch in der gemeinsamen Verantwortung der Paare bleiben. Einig waren sich die Teilnehmer aller drei Synodengespräche, dass Partnerschaft und Familie mehr pastorale Aufmerksamkeit zu widmen sei.

Die Idee der Synodengespräche erfuhr eine hohe Wertschätzung, weil die Teilnehmenden über alle Generationen hinweg ihre Meinung einbringen konnten und gehört wurden. So blicken nicht nur die 100 Teilnehmer gespannt der Bischofssynode im Herbst entgegen, sondern mit ihnen auch 400‘000 weitere Gläubige im Gebiet des Generalvikariats Zürich-Glarus.

zuletzt verändert: 26.03.2015 11:33
Schlagwörter: | |