40 Jahre Behindertenseelsorge

150 Menschen feierten in Winterthur
40 Jahre Behindertenseelsorge

Polonaise rund um die Fabrikkirche zum 40-Jahr-Jubiläum der Behindertenseelsorge. Foto: R. Vogt

«Am Tisch Gottes sind alle einmalig und kostbar»

150 Menschen mit und ohne Behinderung feiern mit

In der Fabrikkirche Winterthur hat am vergangenen Wochenende die Behindertenseelsorge der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ihr 40jähriges Bestehen gefeiert. Rund 150 Menschen – mit und ohne Behinderung – feierten gemeinsam Gottesdienst und beschäftigten sich in verschiedenen Aktionen mit dem Motto «gemeinsam – barrierefrei – selbstbestimmt».

Stefan Arnold, Leiter der Behindertenseelsorge, begrüsste die Gäste und die Protagonisten der Zürcher Kantonalkirche wie den Synodalratspräsidenten Benno Schnüriger. Peter Schmitz-Hübsch, Gehörlosenseelsorger, und Menschen mit und ohne Behinderung stellten das bunte Altarbild vor, das sie zum 40-Jahr-Jubiläum der Behindertenseelsorge gemalt hatten. Die begleitende Künstlerin Berna Lopez fehlte leider am Anlass – ihre Malerinnen und Maler sowie die Mitarbeitenden der Behindertenseelsorge, zu erkennen an einheitlichen weissen T-Shirts, gaben aber freudig Auskunft über ihr dreiteiliges Bild nach Bibeltexten.

Ehrengast Thea Mauchle, SP-Kantonsrätin und Präsidentin der Behindertenkonferenz des Kantons Zürich, berichtet von An- und Aufregungen einer Rollstuhlfahrerin und betonte, wie wichtig der Anspruch der Betroffenen auf gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben sei – weg aus Abhängigkeit von Fürsorge und Wohltätigkeit. Sie forderte nicht nur hindernisfreien Zugang zu allen Veranstaltungen und Angeboten der Kirche sondern auch, dass mehr geeignete Arbeitsplätze für Behinderte auch in kirchlichen Einrichtungen geschaffen werden.

Im Festgottesdienst im Industrieambiente verteilte Generalvikar Josef Annen kleine Kronen an die Gäste und fand stimmungsvolle Worte: «Am Tisch Gottes sind alle einmalig, kostbar: Königskinder». Er dankte Freiwilligen und Mitarbeitenden und schloss wörtlich: «Die Behindertenseelsorge ist dazu da, uns allen zu sagen: O Mensch, wie schön bist du! Du bist ein Königskind.» Die Gottesdienstlieder untermalte der Gebärdenchor «Singende Hände» gestenreich mit weissen Handschuhen für Gehörlose.

Mit einem gemeinsamen Imbiss klang der Festanlass aus.

Die Katholische Behindertenseelsorge war bis 1972 eine Abteilung der Zürcher Caritaszentrale, heute Caritas Zürich. Pfarrer Hans Brügger war der damalige Direktor der Zürcher Caritaszentrale. Er setzte sich sehr ein, dass die Behindertenseelsorge eine eigenständige Seelsorgestelle der Katholischen Kirche im Kanton Zürich wurde. Bis heute begleitet die Behindertenseelsorge Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen. Sie teilt mit Ihnen die schönen und schwierigen Momente des Lebens.

www.behindertenseelsorge.ch

zuletzt verändert: 18.10.2012 11:18
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