Ehemaliger Generalvikar Gebhard Matt gestorben

Einen Tag nach seinem 83. Geburtstag ist im liechtensteinischen Balzers der ehemalige Zürcher Generalvikar Gebhard Matt gestorben. Mit seinem Wirken als langjähriger Pfarrer und Dekan in Winterthur und Zürich, Generalvikar und Vizeoffizial prägte er die katholische Kirche im Kanton Zürich nachhaltig.
Ehemaliger Generalvikar Gebhard Matt gestorben

Generalvikar Gebhard Matt (rechts aussen) begrüsst Papst Johannes Paul II. beim Besuch in der Schweiz

In Ruggell/FL aufgewachsen, besuchte Gebhard Matt das Gymnasium in Appenzell, um anschliessend in Rom an der Gregoriana und an der Lateran-Universität das Studium der Theologie und des Kirchenrechts zu absolvieren sowie das Doktorat zu erlangen.

Pfarrer, Dekan, Vizeoffizial und Generalvikar

Nach seelsorgerlichen Lehrjahren als Vikar in St. Peter und Paul Winterthur wurde er dort 1969 zum Pfarrer gewählt und blieb 11 Jahre. Äusserst beliebt war er nicht nur als Seelsorger, sondern auch als leidenschaftlicher Religionslehrer an verschiedenen Gymnasien. Nebenbei nahm er als Dekan und auch als Vizeoffizial besondere Verantwortung wahr. 1980 ernannte Bischof Johannes Vonderach ihn zum Generalvikar für Zürich. Gebhard Matt war damit nach Theobaldi und Henny der dritte Generalvikar in Zürich. 1983 wurde er zum nichtresidierenden Domherrn ernannt.

Gebhard Matt

Scharfsichtiger Denker

Die Neue Zürcher Nachrichten schrieben am 14.5.1984: „Generalvikar Dr. Gebhard Matt versteht es, seine Aufgabe mit Umsicht und Energie anzupacken. Auch innerhalb der Bistumsleitung ist er bekannt für seine scharfsichtigen Beurteilungen, welche das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden vermögen.“

Weggefährte Franz Stampfli erinnert sich mit grossen Respekt an seinen ehemaligen Vorgesetzten. „Er war ein sehr guter Chef, loyal zu seinen Seelsorgern, aber er forderte umgekehrt diese Loyalität auch ein.“

Bittere Erfahrung

Eine herbe Enttäuschung war für Gebhard Matt, dass er 1990 drei Tage nach dem Amtsantritt von Bischof Wolfgang Haas nicht mehr bestätigt und damit aus seinem Amt als Generalvikar und Vizeoffizial entlassen wurde. Matt kehrte in die Pfarreiseelsorge zurück und ging nach Zürich-Leimbach, wo er ab 1991 wieder als Pfarrer in der Pfarrei Maria-Hilf wirkte. Einstimmig wurde er zum Dekan der Stadt Zürich gewählt und übte dieses Amt wiederum über viele Jahre aus. 2014 kehrte er in seine liechtensteinische Heimat zurück, wo er am 15. Mai 2017 starb. Die Verbindung mit Zürich blieb bis zuletzt bestehen, denn Generalvikar Josef Annen besuchte Gebhard Matt noch ein paar Stunden bevor dieser starb.

Generalvikariat und Synodalrat nehmen mit Respekt vor dem nachhaltigen Wirken und in Dankbarkeit Abschied von Gebhard Matt.

Beerdigung in Ruggell

Donnerstag 18.5.2017 um 19 Uhr Seelenrosenkranz


Freitag 19 .5.2017 um 10 Uhr

Einsegnung in der Friedhofkapelle, Beerdigungsgottesdienst, anschliessend Beisetzung

Die Todesanzeige mit allen Angaben kann hier heruntergeladen werden.

zuletzt verändert: 18.05.2017 08:06
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